Das Entgelt.
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frühere Angestellte) zur Verfügung, wenn es sich um nicht vorbereitbare oder auf-
schiebbare Arbeiten (Verkauf) handelt. Endlich kann durch Verlegung der Ur
laubszeiten in die Wintermonate ein Ausgleich in den Beurlaubungen herbeigeführt
werden. Die organisatorische Einfügung des Urlaubs in den Betriebsablauf bietet
also hier weniger Schwierigkeiten als beispielsweise bei den technischen An
gestellten und den Arbeitern.
Anhang: Ausgehend von den Überlegungen, daß der Urlaub nur wenig nützt,
wenn er nicht fruchtbringend und erholend für Körper und Geist angewendet
wird, daß ferner nach den Anstrengungen der täglichen Arbeit die Teilnahme an
den Genüssen des Lebens und den Kulturerrungenschaften der Zeit jedem Volks
genossen ermöglicht werden müsse, endlich aber besonders von der Überzeugung,
daß ohne angemessene Ruhe- und Erholungszeiten weder die sachliche Leistung
noch die innere Zufriedenheit der Menschen mit ihrem Dasein auf die Dauer er
höht oder nur aufrecht erhalten werden könne, wurde kurz nach der nationalen
Umwälzung die Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ im Rahmen der Deut
schen Arbeitsfront gebildet.
Zu Beginn der industriellen Entwicklung war unter dem Einfluß der liberalen Wirt
schaftslehre ein großer Teil der Unternehmer der Ansicht, daß mit der Zahlung des Lohnes
die zur Verfügung gestellte Arbeitskraft abgegolten sei. Zwar wurde vielfach das Verhältnis
zwischen dem Betriobsinhaber und seinen Mitarbeitern in einer Art hausväterlicher Fürsorge
gehalten; doch blieb auch bei dieser Form, selbst wenn sie nicht nur streng, sondern auch
wohlwollend war, für den eigenen Willen und das Familienleben oft nur wenig Raum. Ganz
abgesehen davon gingen im Laufe der Entwicklung zum Großbetrieb diese immerhin mensch
lichen —- hin und wieder auch unmenschlichen — Beziehungen verloren. Allerdings mußten
unter dem Druck der sozialen Unruhe sowohl die Betriebe als auch der Staat nach Mitteln
suchen, um der steigenden Unzufriedenheit zu begegnen. Das Ergebnis waren soziale Maßnah
men, die vielfach erstaunlichen Umfang annahmen und erhebliche Aufwendungen seitens der
Betriebe — mittelbar und unmittelbar — erforderten. Sie erreichten jedoch ihren Zweck nur
halb, da sie einmal im wesentlichen auf die Betriebe sich beschränkten und nur in Ausnahme
fällen — bei besonderem Bedürfnis — auch auf den Kreis der Familie zurüokgriffen und ferner,
was fast ebenso wesentlich war, das persönliche Verhältnis zwischen Betriebsleitung und Mit
arbeitern oft so gespannt war, daß alle Leistungen der Betriebe nur noch mit mehr Mißtrauen
erwidert wurden. Erst die Überwindung des Klassenkampfes und die mit Macht und Erziehung
in Angriff genommene Schaffung einer echten Betriebsgemeinschaft gaben die Möglichkeit,
die vielfach von den Unternehmern schon bisher gemachten Anstrengungen mit Aussicht auf
Erfolg zu verstärken, sie einheitlich und zielvoll zusammenzufassen und vor allem zu erweitern.
Der Grundgedanke ist, daß durch sinnvolle Gestaltung der Freizeit dem Be
triebe und der Gesamtwirtschaft unmittelbar und mittelbar Vorteile in der Lei
stung entspringen müssen und daß gleichzeitig den Arbeitenden aller Stufen ein
Mehr an Lebens- und Schaffensfreude gegeben und ihr Selbstvertrauen, aber auch
ihr Ansehen in der Volksgemeinschaft gehoben werden könne. So werden Vor
stellungen guter Theaterkunst und Musik, Führungen durch Museen und Kunst
ausstellungen, Sportkurse, Kleinkunst, akrobatische und tänzerische Vorfüh
rungen aller Art eingerichtet, Lese- und Ausspracheabende veranstaltet, jede Art
künstlerischer, handwerklicher und spielerischer Betätigung gepflegt. Besonderer
Wert wird auf die zweckentsprechende Ausnutzung der Urlaubstage gelegt, der
einzelne Mitarbeiter soll seinen Urlaub nicht in den eigenen vier Wänden ver
bringen, sondern soll andere Gebiete seines Vaterlandes und Volksgenossen aus
anderen Stämmen und anderen Berufszweigen kennenlernen. Zugleich soll durch
die Überwindung des Standpunktes, daß Reisen lediglich das Vorrecht der oberen
Schichten sei, das Selbstvertrauen und die Zufriedenheit der finanziell schlechter
Gestellten bestärkt werden.
Unter dem Einfluß der von der Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ angeregten gemein
samen Ferienfahrten ist jetzt mancherorts eine neue Art der Urlaubsregelung anzutreffen: der
Betrieb ruht zeitweilig ganz oder teilweise — nur die notwendigsten Büro- und Unterhaltungs
arbeiten werden verrichtet — und entläßt im übrigen Alle gleichzeitig in den zu einem Teil