Hälfte, z. T. drei Viertel des Hauptförderschachtes leisten. Eine vor-
ibergehend stillgelegte Doppelschachtanlage, die als Reserveanlage
lient, hat eine Leistungskapazität von 2 000 000 dz eff. Die Kapazität
yurde 1926 auf zwei Werken zu 66 %. und auf dem dritten Werk zu
50 %, im Jahre 1927 dagegen Zu 66, 72 und 82 % ausgenutzt. Die
bessere Ausnutzung ist einmal darauf zurückzuführen, daß der Gesamt-
absatz des Deutschen Kalisyndikats, der im Jahre 1926 10 998 728 dz
K.O betragen hat, im Jahre 1927 die Höhe von 12 293 634 dz K.O er-
reichte, und daß infolge der im Juli 1927 durchgeführten Stillegung
siner Doppelschachtanlage deren Absatzanteil auf die anderen Schächte
gelegt werden konnte.
Sachverständiger Steger: Ich sehe in der Überorganisation der
der großen Fabriken, wie sie heute vorliegt, eine Gefahr nach der so-
zialen Seite hin. Für die Belegschaft ist es zweifellos eine sehr schlimme
Folge der Rationalisierung, wenn bei einer durchschnittlichen Beschäf-
tigung von 80 bis 85 % der Kapazität trotzdem an verschiedenen Tagen
Feierschichten eingelegt werden müssen. Nach meinem Empfinden
_— jch habe allerdings keine Unterlagen dafür — ist man doch nach
jem heutigen Stande des Absatzes und der Absatzmöglichkeiten in der
Rationalisierung schon etwas zu weit vorgegangen und hat dabei viel-
Jeicht heute schon die nach 1935 kommenden Jahre im Auge.
Sachverständiger Herwegen: Nach den Berechnungen der An-
gestellten ist die Kapazität der einzelnen vorhandenen Werke heute im
Durchschnitt etwa zu 25% nicht ausgenutzt. Da stellen sich nun die
Angestellten die Frage: Wozu werden diese großen Anlagen im Werra-
tale gemacht, wenn man doch voraussehen kann, daß sie zur Zeit noch
nicht voll ausgenutzt werden? Werden hier nicht Kapitalien investiert,
lie einstweilen auch wieder leerlaufen müssen?
Neu: In dem Kaligesetz ist vorgesehen, daß von einem Zeitpunkt
ab, der schon eingetreten ist, die Kaliprüfungsstelle nichtständige Unter-
suchungen anzustellen hat, ob eine weitere Stillegung von Werken er-
forderlich ist. Nun hat die Kaliprüfungsstelle in Verbindung mit dem
Reichswirtschaftsministerium bisher von diesen Untersuchungen ab-
gesehen. Beurteilen die Herren Vertreter der Kaliprüfungsstelle die
Kapazität der Industrie als zu groß?
Waldeck: Der Gesetzgeber hat nicht geahnt, daß die freiwillige
Stillegung ein so großes Ausmaß annehmen würde. Eine Ausnutzung
der Kapazität der Fabriken im letzten Jahre von 80 bis 85 % halte ich
für eine gesunde Relation, die bei weiterer Entwicklung eher dahin
führen wird, daß man nun wieder erweitert und Reservewerke in Betrieb
nimmt, als daß man zur zwangsweisen Stillegung übergeht.
Neu: Die Zahl 80 bis 85% bezog sich nicht auf die Reservewerke,
sondern nur auf die eigentlich arbeitenden Werke. Die Frage ist:
Müssen Reservewerke überhaupt in Betrieb genommen werden?
Waldeck: In den Reservewerken haben wir nicht eine Kapazität
in vollem Umfange, sondern sie kommen nur für Rohsalze, nicht für
Fabrikate in Betracht. Herr Bergrat Maenicke, wie hoch kann man
diese Reserve etwa veranschlagen?
I) Enanete-Ausschuß,. III. Die deutsche Kallindustrie.
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