Welches ist der wahrscheinliche Verlauf der weiteren Ent
wicklung auf dem Wege zum Kommunismus? Soweit die
Schärfe der wirtschaftlichen Krise (der Krise der Erschöpfung)
nachlassen wird und sich immer größere Mengen Menschen
materials anhäufen werden, das imstande und fähig wäre, zu ver
walten, wird man auch den scharf ausgesprochenen militäri
schen Typus der Verwaltung nicht mehr brauchen. Bei all seinen
absoluten Vorzügen hat er auch gewisse große Nachteile, die
sich aus dem Typus der Zwangsdisziplin ergeben. Er ist unbe
dingt notwendig unter Verhältnissen, wo man rasch und ent
schlossen handeln muß; dann verschwinden seine Nachteile
unter seinen Vorzügen. Hat er jedoch seine Bestimmung einmal
erfüllt, wird er von einer neuen Phase des „entfalteten" Systems
der Verwaltung abgclöst, die keineswegs eine einfache Wieder
holung der durchgemachten Stufe, sondern eine Synthese der
zwei vorhergegangenen Stufen darstellt. Dann wird, um mit
Hegel zu sprechen, die erste Phase die These, die zweite die
Antithese und die dritte ihre Vereinigung zu einer höheren Ein
heit sein. Die Entwicklung wird natürlich dabei nicht stehen
bleiben. In dem Maße, wie die Staatsgewalt und jede Zwangs
normierung in den menschlichen Beziehungen absterben wird,
Persönlichkeiten geleitet werden . . . Die Bedeutung aller dieser Kollektiv
organe kann nur darin liegen, die Betriebsverfassung sowie Richtung und
Geist der Produktionsleistung fcstzulegen und die Handhabung der Betriebs
führung laufend zu überwachen . . . Dagegen ist eine zweite wichtige
Funktion der Ausschüsse und Räte die der Auslesevorrichtung." („Soziali
sierung als organisatorische Aufga-e“, S. 52.) Und an anderer Stellei
„Nur Verbohrtheit kann leugnen, daß Betriebsrat und Arbeiterrat die wert
vollsten Neuschöpfungen politischer Organisation sind, obschon sie heute
vielfach noch unfruchtbare Schwatzklubs sind , , . Man muß sich eben
hüten, über die Unreife der ersten Entwicklungsphase einer Organisations-
fotm ihren echten Kern zu übersehen," (Eröffnungsansprache, S. 8.) Un
geachtet der letzten Bemerkung begreift Beck selbst lange nicht die spezi
fischen Eigentümlichkeiten des Transformationsprozesses. Daher seine Or
ganisationspläne die ihrer Konstruktion nach absolut unbrauchbar sind gerade
für die Zeit, für die sie ihr Verfasser selbst bestimmte.
149