Hinzuzufüger ist Rußland, das weltwirtschaftlich trotz seiner Größe und
hohen Bevölkerungszahl für geraume Zeit kaum eine Rolle spielt, wie die
Imvport- und Exportziffern wenigstens bisher zeigen:
Räte-Rußland-Moskau ; ükm
Europa „& 4 © u = ı @m 576210
Nordkaukasien .. . . . „2 „831552
Turkestan » 2.000000. 1478.44
Sibirien‘ : . 10780 97.
RSFSR 16 353 062
Räte-Ukraine-Charkow USSR . 4146 838
Räte-Transkaukasien: no
Georgien-Tiflis . . 0... 65 967
Armenien-Eriwan . . . . 39 021
Aserbeidschan-Baku ” 86.999
Einwohner
66 485 972
7 649 027
7201 551
Q 9257 825
90 594 375
26 001 802
2 372 403
1214 391
2 096 973
ZSFSR 191 987 5.683 767
Räte-Weißruthenien-Minsk BSSR 59634 . 1.634223
Bund der Soc. Räte-Freistaaten 17051527 . . . 123914167
Auf dieses durch Zollschranken zurzeit getrennte und unter Haß-
Nachwirkungen des Krieges und Verarmung leidende Europa ist
Deutschland: neben seinem Inlandsverbrauch‘ in seiner Hauptausfuhr
angewiesen. Folglich hängt seine wirtschaftliche Wiedergeburt in erster
Linie davon ab. wie es die inländische Produktiön und Aufnahmefähig-
keit stärkt.
Die Vereinigten Staaten von Nordamerika,
Die europäischen Industrien, selbst die vorgeschrittenen “deutschen
Industrien, haben vor allem die Entwickelung in dem sowohl rohstoff-
wie industriereichen Nordamerika aufs genaueste zu beobachten:
Prof. Friedrich Dessauer schrieb nach einer Amerikareise in
„Hochland“: „Wie unendlich konservativ sind wir im Grunde in Europa?
Wie mühselig ringen wir, wie zäh halten wir! Eıngerichtet, abgeschafft, neu
gebaut: —. es. geht in Amerika schnell. Und die meisten menschlichen Dinge
sind auch danach, daß wir unsere Ansichten über sie nicht aus” Granit
bauen sollten. Das Entscheidende ist in Nordamerika das Werden, Ver-
gehen, nicht das Sein, der materielle, körperliche, geistige Stoffwechsel. nicht
der aufgespeicherte, errungene, verwahrte Vorrat.“
Unter den amerikanischen Reden ist mir ein Wort unauslöschlich
im Gedächtnis geblieben; es handelte sich um die Mahnung, auf dem
Negativen aufzubauen, nicht mit dem Positiven, dem Erreichten zu-
frieden zu sein. Das Erreichte, die Erfolge in. die Welt hinauszu-
posaunen, ist bei uns in Deutschland vor dem Kriege ein großer Fehler
gewesen. Natürlich ist jetzt nach all den Kriegsfolgen die Stimmung
eine ganz andere
In der Gesellschaft für technische Physik hat, Prof. Gehlhoff seine
amerikanischen Eindrücke geschildert. Ein Amerikaner führte aus, daß seiner
Ansicht nach die größere Wissenschaftlichkeit nicht genügen würde, die
Stellung der deutschen Technik zu behaupten. Amerika hätte in zivilisaterischer
Hinsicht einen gewissen Sättigungsgrad erreicht und somit Kraft übrig, um
sich jetzt auch den kulturellen Aufgaben zu widmen. Das mache sich nicht
nur in der Wissenschaft. sondern auch in der Literafur und Kunst bereits be-