Full text: Die deutsche Kaliindustrie

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Ammoniak 
von der vierte Teil auf Amerika und drei Viertel auf 
Europa entfallen.*) 
Im Hinblick auf diesen Auslandstribut hat man in 
den letzten Jahrzehnten nach anderem assimilierbaren 
Stickstoff gesucht und fand eine ergiebige Quelle in den 
Steinkohlen, die einen Gehalt von 1—2 % gebundenem 
Stickstoff aufweisen, der aus Eiweissstoffen früherer 
Pflanzen stammt. Leider geht dieser kostbare Stoff bei 
allen offenen Feuerungen verloren, und auch beim 
Destillieren der Steinkohlen in den Gasanstalten und 
neuerdings in den Kokereien vermag man kaum den 
vierten Teil dieses Prozentgehaltes in Form von Am 
moniak zu gewinnen. Auch sind keineswegs alle 
Kokereien auf die Ammoniakgewinnung eingerichtet. 
Statt der bei einer gegenwärtigen Jahresförderung 
von 150 Millionen Tonnen Steinkohlen berechneten Stick 
stoffmenge von 21/4 Millionen Tonnen gewann man daher 
*) Die Untersuchung der Salpeterlager in Chile hat ergeben, 
dass noch 220 Millionen Tonnen gewonnen werden können. 
Die deutsche Landwirtschaft verbrauchte in 1000 t: 
Düngemittel 
1912 
1888 
Futtermittel 
1912 
1888 
Chilisalpeter 
650 h 
225 
Kleie 
6 000 
2 250 
Schwefels. Ammon. 
500 
50 
Oelkuchen 
1 500 
450 
Superphosphat 
1 800 
250 
Abfälle von Mühlen 
300 
Thomasmehl 
2 200 
250 
Brauereien u.l 
650 
1 200 
Kalisalze, rohe 
3 000 
160 
Brennereien f 
Düngekalk 
800 
} 500 
Zucker- u. Stärkef. 
800 
andere Düngemittel 
500 
Futtergetreide 
14 000 
6 200 
Zusammen 
9 450 
1435 
Zusammen 
23 250 
9 100 
i. W. v. Millionen M. 
600 
— 
i. W. v. Millionen M. 
2 500 
— 
— 
— 
— 
hiervon v. Ausland bezogen 
ca.30% 
ca.20% 
>) Deutsche Gesamteinfuhr: 800 000 t; hiervon gingen 150 000 t an 
die Industrie zur Fabrikation von Kalisalpeter und Salpetersäure. Vergl. 
Waage, Chem. Ztg. 1913, 1570.
	        
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