KULTIVIERUNG UND BEWIRTSCHAFTUNG
DES BODENS.
Als einstmals in längst entschwundenen Zeiten der An-
bauer begann, die losen Erdablagerungen, die als das Re-
sultat des Spiels mächtiger Naturkräfte gebildet worden
waren, für seine Zwecke in Benutzung zu nehmen, fand er
bald, dass es für den Erfolg seiner Anbautätigkeit einer
kräftigen Bodenverbesserung bedurfte. Und der Anbauer
schritt auch früh zu Massnahmen in dieser Beziehung. Der
Boden wurde nicht nur gerodet, indem Bäume und Sträucher
entfernt wurden, auch das lästige Wasser wurde abgeleitet
und die Bodenoberfläche auf verschiedene Weise bereitet,
um der Saat geeignete Wachstumsbedingungen bieten zu
können. Eine ungeheure Arbeit, deren Grösse und Umfang
nunmehr sicherlich auch nicht annähernd geschätzt werden
kann, ist so im Laufe der Zeiten von den Anbauern der
schwedischen Erde Generation nach Generation auf die
Mehrung und Verbesserung des Ackerbodens verwendet
worden. Von dieser Anbautätigkeit zeugen in ihrer Weise
die gewaltigen Abflussgräben und die mächtigen Haufen
von aus den Feldern wegtransportierten Steinen, die vieler-
orts vorhanden sind. Auch wo das nicht der Fall ist, kann
man sagen, dass der schwedische Kulturboden der Regel
nach mit viel Arbeit und Mühe der Natur abgerungen worden
ist. Eine solche Arbeit hat indessen stets dem Schweden
zugesagt, und sein natürliches Geschick für Erfindung me-
chanischer Vorrichtungen und Hilfsmittel ist ihm dabei
recht oft zu statten gekommen.
Diese Anbautätigkeit ist die ganze Zeit hindurch {fort-
gegangen und ist andauernd ım Gange, wenn auch die Ur-
barmachung neuen Landes nun, nachdem die best kultivier-
baren Böden bereits in Anspruch genommen worden sind,
nicht mehr so umfangreich ist. Nur etwa 380o Hektar
neuen Bodens, d. h. 0.1 % des Ackerareals, werden nunmehr
jährlich neu in Kultur gebracht. Die Kultivierungsarbeit ist
nun, nicht zum wenigsten aus ökonomischen Gründen, mehr