Full text : Die deutsche Brauindustrie der Gegenwart

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Sonderbeschreibungen:

Verein der Brauereie” 7 Magdeburg
und Umgege”"‘ 32,.V.

Dem Verein gehören folgende Brauereien an:
Actien-Brauerei Neustadt-Magdeburg,
Magdeburg-N.
Die Actien-Brauerei Neustadt-Magdeburg in Magdeburg-Neustadt
 wurde im Jahre 1841 von den Brüdern Albert und
dermann Wernecke gegründet. Infolge des stetig steigenden
Absatzes wurde bereits im Jahre 1853 ein großer Neubau mit
Dampfbetrieb errichtet, dem wenige Jahre später die Erbauung
einer eigenen Mälzerei folgte,
Das Geschäft nahm ständig an Umfang zu, durch weitere
Vergrößerungen und Umbauten wurde den Erfordernissen der
Ausdehnung Rechnung getragen. Im Jahre 1871 erfolgte die
Umwandlung in eine Aktiengesellschaft unter der jetzigen
Firma, die unter Leitung des Herrn Kommerzienrats Gustav
Wernecke eine weitere, bedeutende Betriebserweiterung
zeitigte, so daß das Unternehmen mit in vorderster Reihe der
Brauerei-Großbetriebe Norddeutschlands rangiert. In der
Provinz Sachsen stellt das Unternehmen die größte
Brauerei dar. —
Im Jahre 1905 wurde die Feldschloßbraterei Wittenberge
(Bez. Potsdam) erworben und nach erfolgtem Ausbau dem Gesamtbetriebe
 angegliedert. Die schweren Erschütterungen
nfolge der Zwangsbewirtschaftung des Braugewerbes während
ler Kriegs- und Nachkriegszeiten hat die Gesellschaft ungefährdet
 überstanden. Das Gesamtunternehmen ist heute bei
»inem Aktienkapital von 3400000 Mark auf eine Produktion
von über 300 000 Hektoliter Bier und 120 000 Zentner Malz eingestellt.
 Dem Betriebe dienen 4 Dampfmaschinen mit etwa
300 PS, 3 Elektrogeneratoren mit etwa 400 PS, 4 Eiskompressoren
 mit etwa 600 000 Kalorien, über 220 Pferde, 20 Autos und
Lastzüge, rund 550 Angestellte, Handwerker und Arbeiter.
Das Absatzgebiet erstreckt sich über ganz Mitteldeutschland.
Zur besseren Bedienung der Kundschaft werden an 38 verschiedenen
 Plätzen eigene Bier- und Eiskellereien unterhalten.
Die Produkte erfreuen sich überall allseitiger Beliebtheit. —
Brauerei Bodensteln Aktien-Gesellschaft
zu Magdeburg.
Die Brauerei wurde am 3. August des Jahres 1823 von dem
Sam und Gutsbesitzer August Leberecht Bodenstein gezründet,

Im Anfang wurde obergäriges Braunbier, Weizen-, Lagerbier
und Erntebier gebraut, später ging man dann zur Einführung
des Lagerbieres über und gewann einen größeren Kundenkreis.
Der Brauherr Bodenstein war einer der ersten, welcher zur
Ermöglichung eines geregelten Kühlbetriebes eine Fismaschine
anschaffte und damit die erste derartige Maschine in Magdeurg
 aufstellte.
Nach dem im Jahre 1877 erfolgten Tod des Begründers
3Jahm unter der Leitung seines Sohnes Franz Bodenstein das
Unternehmen einen raschen großen Aufschwung, so daß bedeutende
 Betriebserweiterungen vorgenommen werden mußten.
1886 wurde die Brauerei in eine Aktiengesellschaft mit einem
Stammkapital von 1200000 Mark verwandelt. Im Jahre 1918
ging dann auch der Betrieb der Buckauer Dampfbierbrauerei
Reichardt & Schneidewin auf die Brauerei Bodenstein über.
Das Grundstück, Sieverstorstr, 10, besitzt ungefähr einen
Flächeninhalt von 36 000 Quadratmeter, wovon über die Hälfte
bebaut ist. Es finden zur Zeit größere Ausdehnungsbauten, die
auf Jahre hinaus verteilt sind, statt. Der innere Betrieb ist
ständig vergrößert worden und entspricht allen neuzeitlichen
Anforderungen.
Das Absatzgebiet erstreckt sich nicht nur auf die Stadt
Magdeburg, sondern auch auf Mitteldeutschland. Es werden
ı1eute eine große Anzahl Bierniederlagen und Eiskellereien in
ler Provinz unterhalten. Der Fuhrpark weist zur Zeit etwa
125 Pferde und eine ganze Anzahl Lastzüge neueren Typs auf.

Sudenburger Brauhaus, Düummer & Döring,
In Magdeburg-Sudenburg.
Das Sudenburger Brauhaus Dummer & Döring in Magdeyurg-Sudenburg
 wurde im Jahre 1882 als offene Handelsgesellschaft
 gegründet und ist als einzige Magdeburger Brauerei his
jeute in Privatbesitz geblieben.

Die Brauerei ist ohne Mälzerei eingerichtet, sie besitzt ein
sudzeug von 40 Zentner Schüttung, Lindes Kühlmaschinen,
‚utomatische Flaschenabfüllanlage usw. .
Hergestellt werden untergärige Lager- und Spezialbiere
5wie obergärige Caramelbiere.
Das Absatzgebiet erstreckt sich in der Hauptsache auf den
;tadtbezirk und die nähere Umgebung von Magdeburg.
Beschäftigt werden etwa 40 Angestellte und Arbeiter. te

Allerthal-Werke A.-6., Grasileben.

Zwischen Magdeburg und Braunschweig im äußersten Zipfel
ıes Landes Braunschweig liegt in unmittelbarer Nähe des
100 Einwohner zählenden Ortes Grasleben das im Jahre 1900
ırbaute Unternehmen, früher genannt: „Brauerei Allerthal“,
eit 1920 „Allerthal-Werke, A.-G., Grasleben“. In der Inflations-‚eit
 wurde der Brauerei, die einen Absatz von etwas über
0000 hl im Jahre hat, eine Gummiwarenfabrik angegliedert,
lie ansteigend ausgebaut, vervollkommnet und vergrößert
vurde, Heute beschäftigt die Gummiwarenfabrik, die in erster
‚inie technische Weichgummiwaren herstellt, durchschnittlich
00 Menschen. Auch eine größere Anzahl von Brauereien sind
tändig Abnehmer. Ein guter Teil der Produktion geht über
lie Grenzen des Landes hinaus.

Klosterbrauerei Hadmersieben, 6. m. b. H.,
Hadmerslieben.
Die Klosterbrauerei Hadmersleben, G. m. b. H., zu Hadmerseben,
 Bez. Magdeburg, besteht seit 1889 und wurde anfangs
‚Js Aktien-Gesellschaft betrieben. Nach Auflösung der Aktienjesellschaft
 ging die Firma in den Besitz der Herren Gebr.
Cühler und im Jahre 1902 in den Besitz der Herren Carney
ınd Herm über. Im Jahre 1905 erfolgte die Gründung der
etzt noch bestehenden Gesellschaft mit beschränkter Haftung.
)as Stammkapital beträgt — wie aus der Vorkriegszeit überommen
 — 525000 RM. Die Klosterbrauerei Hadmersleben
tellt u. a. als Spezialbiere: Kloster-Pils und Caramelbier
S.K.B.) her und unterhält Niederlagen in:
Magdeburg, Althaldensleben, Ballenstedt, Braunlage,
Valbe a. d. S., Halberstadt, Wanzleben, Schlanstedt.
Der Jahresausstoß betr. 40 000 hl Bier und 1000 000 Flaschen
ılk. Getränke, Der Niederlage Halberstadt ist u. a. die im
ahre 1924 käuflich erworbene Mineralwasserfabrik A. Schraube,
Jalberstadt. angegliedert.

Brauerei Gebr. Niemann A.-6., Staßfurt.

Die Brauerei Gebr. Niemann A.-G. wurde im Jahre 1872 gebaut
‚on den Brüdern August und Wilhelm Niemann und im
ahre 1913 in eine Aktiengesellschaft mit 1% Millionen Aktien-’apital
 gegründet. Der Umsatz ist in den letzten Jahren auf
twa 60000 hl gestiegen und ist weiter im Steigen begriffen.
)er Betrieb ist modernisiert, und augenblicklich werden wieder
’eränderungen vorgenommen, die die Betriebssicherheit noch
ıehr gewährleisten sollen. Verkaufsstellen befinden sich in
Aagdeburg, Halle, Eisleben, Hettstedt, Aschersleben und
‚uedlinburg. Hergestellt werden hauptsächlich Märzenbiere,
‚ber auch Spezialbier. Beide Biere erfreuen sich der be-„nderen
 Beliebtheit des Publikums.

Schulthelss-Patzenhofer Brauerei A.-G. In Dessau.

Die in Dessau domizilierende Abteilung III der Schulteiss-Patzenhofer
 Brauerei A.-G, (vgl. oben S. 251 ff.)
;t wegen der Niederlagen in Magdeburg, Neuhaldensleben,
;cChönebeck a. d. E. und Staßfurt-Leopoldshall auch Mitglied
‚es Vereins der Brauereien von Magdeburg und Umgegend
» V., Magdeburg. Die Niederlage Magdeburg, Olven-;tedter
 Straße 11—14, ist einer der ältesten und beachtlichsten
Zetriebe dieser Art in der Provinz Sachsen, dem der Spezial-‚usschank
 Bärstraße 1b/2, eine gern besuchte Magdeburger
jaststätte, angegliedert ist. Die vorhandenen Bierlager- und
\bfüllräume sind auf das Beste eingerichtet, ein ansehnlicher
;tab von Angestellten und Arbeitnehmern findet lohnende
beschäftigung, und für die Bedienung der Kundschaft ist eine
tattliche ‚Anzahl von Gespannen und Kraftwagen vorhanden.
            
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