Metadata: Die englische Gefahr für die weltwirtschaftliche Zukunft des Deutschen Reiches

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— Weltpolitik und Wirtschaftspolitik — 
die Anwendung der Maschinen und der Dampfkraft auf 
den Gewerbebetrieb und die Erfindung der Eisenbahn und 
des Dampfschiffes, als erste unter allen Nationen nutz 
bringend innerhalb des von ihm politisch beherrschten 
Wirtschaftsbereiches der Welt zu verwenden. Das gewal 
tige Kolonialreich, das zunächst auch noch die heutigen Ver 
einigten Staaten von Amerika umschloß, und das Vor 
handensein einer für die damalige Zeit bedeutsamen Han 
delsflotte sicherten England als erstem Lande vor allen an 
deren die Möglichkeit des Massenabsatzes, welcher sich 
wiederum aus den Neuerungen der Gewerbe- und Ver 
kehrstechnik ergab, ein Vorsprung, auf den auch heute noch 
die weltwirtschaftliche Stellung Englands wesentlich zu 
rückzuführen ist. 
Auch in unserer Geschichte haben wir frühzeitig er 
fahren, daß politischer und wirtschaftlicher Fortschritt Hand 
in Hand gehen. So war es Friedrich der Große, der einer 
seits durch feine siegreichen Feldzüge die Grenzen Preu 
ßens sicherte und erweiterte, während andererseits unter 
ihm die ersten Anfänge eines zielbewußten und erfolg 
reichen Merkantilstaates zu suchen sind, ein Aufschwung der 
damaligen preußischen Landwirtschaft, die Gründung zahl 
reicher neuer Industrien, die Umformung des Beamten 
staates in Anpassung an die wirtschaftlichen Errungen 
schaften der Zeit. Aber alle diese Errungenschaften be 
deuten — ganz ähnlich wie diejenigen der Königin Elisa 
beth in England — immer erst die innere wirtschaftliche 
Festigung Preußens. Von einer Anbahnung weltwirt 
schaftlicher oder gar kolonialer Beziehungen ist weder unter 
Friedrich dem Großen noch später die Rede gewesen. Die 
Zeit der Verflechtung in die Weltwirtschaft war solange 
für die Deutschen noch nicht gekommen, wie noch Probleme 
der inneren Vereinheitlichung, sowohl in politischer wie
	        
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