Käse.
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4. Bestimmung des Milchzuckers. Der Milchzucker wird meistens aus der
Differenz der Summe von (Wasser -j- Kasein Fett + Salze) von 100 angenommen.
"Wenn derselbe direkt bestimmt werden soll, so muß die Käsemasse zuerst entfettet
werden; man zieht deshalb eine bestimmte Menge (etwa 5 g) besonders mit Äther
aus oder verwendet einen aliquoten Teil (etwa die Hälfte) der bei der Fettbestimmung
erhaltenen entfetteten Masse, zieht diese mit Wasser aus, bringt auf ein bestimmtes
Volumen und bestimmt in einem aliquoten Teil des wässerigen Auszuges den Milchzucker
wie bei Vollmilch (S. 470).
5. Bestimmung der freien Säure (Milchsäure). „10 g Käsemasse werden
mehrmals mit Wasser ausgekocht, die Auszüge vereinigt, filtriert und auf 200 ccm
aufgefüllt. In 100 ccm der Flüssigkeit titriert man nach Zusatz einiger Tropfen
einer alkoholischen Phenolphthaleinlösung die freie Säure mit 1 / 10 Normal-Alkalilauge.
Die Säure des Käses ist auf Milchsäure zu berechnen; 1 ccm 1 j 10 Normal-Alkalilauge
entspricht 0,009 g Milchsäure.“
ß. Bestimmung der Mineralstoft'e. 1. Die Bestimmung der Gesamt-Mineralstoffe
geschieht wie üblich durch vorsichtiges Veraschen von etwa 5—10 g
Käse nach S. 471.
Um das namentlich bei fettreichen Käsen beim Veraschen eintretende Spritzen zu
vermeiden, empfiehlt A. Kirsten 1 ) ein am Bande umgebogenes aschenfreies Filter in die
Platinschale über den Käse zu legen.
2. Den Gehalt an Kochsalz bestimmt man in der wässerigen Lösung der
Asche oder einem aliquoten Teil derselben durch Titration des Chlors mit 1 / l0
N.-Silberlösung, indem man die Asche in Wasser löst, die Lösung auf ein bestimmtes
Volumen bringt und hiervon einen aliquoten Teil nimmt.
3. Einen etwaigen Zusatz von „Käsereifen“, welche neben Kochsalz vorwiegend
aus Natriumkarbonat bezw. Natriumbikarbonat bestehen, wird man, wenn
nennenswerte Mengen davon zugesetzt sind, in der Weise nachzuweisen suchen,
daß man neben dem Chlorgehalte auch den Natrongehalt bestimmt und ermittelt,
oh ein wesentlicher Überschuß an Natron vorhanden ist.
7. Untersuchung des Käsefettes auf Reinheit.
A, Abscheidung des Fettes aus dem Käse. Soll das Käsefett auf Reinheit,
d- h. daraufhin untersucht werden, ob es reines Milchfett oder ein Gemisch von
diesem mit Fremdfetten ist, oder endlich, oh es fast ganz aus Fremdfetten besteht,
fo muß man eine größere Menge desselben aus dem Käse darstellen. Hierzu sind
in dem letzten Jahrzehnt eine große Anzahl von Verfahren vorgeschlagen worden.
K. Windisch 2 ) hat dieselben in einer eingehenden Arbeit kritisch auf ihre Brauchbarkeit
geprüft und kommt darin zu dem Ergebnisse, daß, falls es sich um das
Studium der Veränderungen des Fettes beim Reifen des Käses handelt, man das
Cesamtfett nach dem Säure-Verfahren (vergl. c S. 510 und oben S. 507) abscheiden
hnd zur Untersuchung verwenden muß.
Zur Untersuchung des Käsefettes auf Reinheit dagegen darf man
^hr die neutralen Käsefette verwenden, da diese im reifen und überreifen Käse
1111 wesentlichen die gleiche Zusammensetzung 8 ) haben, wie im frischen Käse.
Zur Gewinnung des Neutralfettes kann man dieses unmittelbar nach den
erfahren a und b abscheiden oder aber zunächst die sauren Fette nach den Verl
) Zeitschr. f. Untersuchung d. Nahrungs- u. Genußmittel 1898, 1, 761.
tt + ^ Arb. d- Kaiser!. Gesundh.-Amt. 1900, 17, 281—440; Autoreferat in Zeitsohr. f.
Untersuchung d. Nahrungs- u. Genußmittel 1901, 4, 1146—1150.
,! ) Nur in vollständig verdorbenen und ungenießbaren Käsen trifft dies nicht zu.