Metadata: Nationalökonomie (Teil 1)

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ler ackerbauenden und gewerblichen Vereinigungen dienen. Auch nach 
Beseitigung des Staates werden die Menschen gesellig zusammen leben, 
denn die vollkommene Menschlichkeit kann nur in einer Gesellschaft 
erreicht werden. Nur durch gesellschaftliche Arbeit kann der Mensch die 
Natur bewältigen. Von dem Joche seiner eigenen Natur wird er nur 
durch Erziehung und Unterricht frei, wie sie nur in der Gesellschaft 
möglich ist. Die vollkommene Menschlichkeit kann aber nur in einer 
freien Gesellschaft erreicht werden. „Meine Menschenwürde besteht darin, 
daß ich als Mensch berechtigt bin, keinem anderen Menschen zu ge- 
horchen und nur nach eigenem Gutdünken zu handeln.“ HEine freie 
Gesellschaft kann nun nicht durch Autorität, sondern nur durch Ver- 
Tag zusammengehalten werden. Die natürlichen Bedürfnisse, Neigungen 
und Bestrebungen der Menschen müssen die Grundlage für eine neue 
Organisation, an Stelle der alten bieten. Das Privateigentum in seiner 
jetzigen Ausdehnung gehört nur der tieferen Entwickelungsstufe an. 
An Konsumtionsmitteln wird es auch weiter bestehen, im übrigen aber 
muß es beseitigt werden und zwar bald, denn die gegenwärtigen Klassen- 
gegensätze, die das Privateigentum erzeugt hat, sind bereits unhaltbar 
geworden. Sind die Produktionsmittel Kollektiveigentum der ganzen 
Gesellschaft geworden, so ist der Ertrag seiner Arbeit jedem Arbeiter 
gewährleistet, und „Die Gerechtigkeit muß der neuen Welt zur Grund- 
lage dienen; ohne sie keine Freiheit, kein Gedeihen, kein Friede“. 
„Der Kollektivismus der künftigen Gesellschaft erfordert keineswegs 
die Errichtung irgendwelcher höchsten Gewalt. Im Namen der Frei- 
heit, auf die allein sich eine wirtschaftliche wie eine politische 
Organisation gründen kann, werden wir immer gegen alles Einspruch 
erheben, was auch nur von ferne dem Kommunismus oder Staats- 
sozlalismus ähnlich sieht.“ „Ich will die Organisation der Gesellschaft 
und des Kollektiv- oder Gesellschaftseigentums von unten nach oben 
durch die Stimme der freien Vereinigung, nicht von oben nach unten 
rermittels irgendwelcher Autorität.“ 
Der Uebergang in die neueste Entwickelungsphase wird nach 
Bakunin durch eine soziale Revolution erfolgen, die durch die Macht 
der Dinge herbeigeführt werden wird, aber sehr wohl beschleunigt und 
arleichtert werden kann. „Die Revolution wird nicht gegen Menschen, 
sondern gegen Verhältnisse und Dinge wüten.“ „Blutige Revolutionen 
sind dank der menschlichen Dummheit manchmal notwendig, doch sind 
sie immer ein Uebel, ein ungebeures Uebel und ein Unglück, größtes 
Unglück, nicht nur.in Anbetracht der Opfer, sondern auch um. der 
Reinheit und Vollkommenheit des Zieles willen, in dessen Namen sie 
stattfinden.“ 
Im Gegensatz zu Stirner ist hier ein idealer Grundzug nicht 
zu verkennen, Es wird nur der Menschheit zugemutet, was sie nie 
and nimmer zu leisten vermag, geschweige denn, daß sie schon jetzt, 
wie Bakunin meint, dafür reif wäre. Noch mehr ist das‘ von 
Kropotkin zu sagen, unzweifelhaft der hervorragendsten Persönlichkeit 
der ganzen Richtung, die aber noch‘ ganz der Gegenwart angehört. 
Ueber seinen Entwickelungsgang hat er in seinen Memoiren ausführ- 
lichen und höchst interessanten Aufschluß gegeben. Seine Anschauungen 
hat er besonders in den folgenden Schriften niedergelegt: Paroles d’un 
r&volte, 1885 und La conquöte du pain, 1892. Sie sind ausführlich 
and klar von Eltzbachera, a. O. S. 125 u. w. zusammengefaßt. Wie 
in der ganzen Natur, so ist auch in der menschlichen Gesellschaft nach
	        
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