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entwickelung der Menschheit, wie Maschinen, Fabriken, Rohstoffe und
sonstige Produktionsfaktoren. Mit dem Privateigentum an jenen Gütern
würden Ungleichheit, Unterdrückung und Ausbeutung bestehen bleiben;
und halbe Beseitigung des Privateigentums wäre von vorne herein in
ihrer Wirkung gelähmt.“
Er führt des Näheren aus, wie er sich die kommunistische Produktion
denkt.% Zunächst soll das Notwendigste produziert werden, wozu, da
Alle circa vom 20,.—50, Jahre zu arbeiten verpflichtet sind, 5 Stunden
am Tage genügen. Jeder kann die Gruppe wählen, an der er sich
beteiligen will, vorausgesetzt, daß sie notwendige Dinge schafft. Für
den Rest der Zeit mag Jeder sich mit wem er will, zu wissenschaft-
licher oder künstlerischer Erholung vereinigen. An der Produktion
soll sich Jeder beteiligen nach seinen Kräften, an dem Ertrage nach
seinen Bedürfnissen, da Jeder behaglich leben soll. Wo Ueberfluß
vorhanden ist, steht Jedem zu benutzen beliebig frei. Was nur be-
schränkt”zur Verfügung steht, wird nach Rationen verteilt.
Der Uebergang kann, nach ihm, sich nur durch eine Revolution
vollziehen. „Aber auf das Werk der Zerstörung wird ein Werk der
Neugestaltung folgen.“ Den Moment des Zusammenbruchs aller gegen-
wärtigen Verhältnisse sieht er als nahe bevorstehend an, da er die
Zustände als unhaltbar, die Bevölkerung für die neue Gesellschaft reif
ansieht.
8 115.
Die neuere realistische Richtung.
Schon in den vierziger Jahren entwickelte sich auf deutschem
Boden eine Richtung, welche sich eben so sehr der alten klassischen
Schule des Smithianismus wie der des Sozialismus entgegenstellte und
in der Beurteilung der gegenwärtigen Entwickelungsphase im Staats-
leben trotz mannigfaltiger Gegensätze bis zum heutigen Tage maß-
gebend geblieben ist, Ihre Hauptvertreter sind Bruno Hildebrand,
Karl Knies und Wilhelm Roscher, deren Schriften wir im
Laufe unserer Untersuchungen oft begegnet sind. Wir halten es nicht
für unsere Aufgabe, in dieser historischen Uebersicht auf diese Männer,
in deren Fußtapfen wir unmittelbar getreten sind, besonders einzugehen,
In der wissenschaftlichen Methode ist die Schule als die „historische“
bekannt und hat als solche eine extremere Fortbildung zur „neueren
historischen“ Schule, wie sie durch Schmoller begründet ist, er-
fahren. Sie ist bekämpft von der durch Carl Menger gegründeten
Wiener Schule. Die Gegensätze beider Schulen haben sich aber all-
mählich mehr und mehr ausgeglichen.
Es war eine natürliche und notwendige Reaktion gegen den
Smithianismus, daß man auf die Notwendigkeit einer gründlichen
Untersuchung der historischen Entwickelung des Wirtschaftslebens auf-
merksam machte. Auch Adam Smith und Malthus hatten nicht
umhin gekonnt, Belege für ihre Ansichten aus der Geschichte heran-
zuziehen. Vieles davon erwies sich als unrichtig oder schief. Man er-
kannte, daß es unmöglich war, die Arbeiterverhältnisse richtig zu beur-
teilen, ohne eine Vergleichung mit den früheren Zuständen und eine
Ergründung der Ursachen der Veränderungen durchzuführen. Sozialisti-
sche Schriftsteller, wie Saint- Simon, ein Realpolitiker wie Friedrich
List stellten Gesetze für die historischen Vorgänge im Wirtschaftsleben
Conrad, Grundrifs der volit. Oekonomie. I. Teil. 4. Aufl. 25
Die alte
ıistorische
Schule.
Notwendig-
keit wirt-
‚chaftshisto-
rischer
Torschune.