Full text : Werke und Schriften bis Anfang 1844 (1,2.1930)

Gedichte

39

Einen Himmel kann’s:nur geben,
Und der eine ist besetzt,
Muß mit alten Weibern leben,
Die der Zahn der Zeit gewetzt.

(Ihre Körper liegen unten,
Schutt und Moder obendrauf,
Und die Seelen jetzt, die bunten,
Hüpfen wirr im Spinnenlauf,

Alle sind so dünn und mager,
Recht ätherisch und recht fein,
Leiber war'n wohl nie so hager,
Schnürten sie auch tüchtig ein.

Doch ich störe keck die Feier,
Heule rasend Lob und Preis,
Und der Herrgott hört den Schreier,
Und ihm wird’s im Kopfe heiß.

Und er winkt dem ersten Engel,
Winkt dem langen Gabriel,
Der erfaßt den lauten Bengel,
Expediert ihn schnell.

Seht! Das alles träumt’ mir heute,
Von dem letzten Reichsgericht,
Darum zürnt nicht, gute Leute,
Denn der Träumer sündigt nicht.

Die beiden Harfensängerinnen
Ballade

‚Was treibt dich her zu diesem Schlosse,
Zu hauchen tiefen Glutgesang?
Weilt dir daselbst ein Liebgenosse,
Zieht er dich her im Seelendrang‘?“

‚ „Kennst du ihn, der seelenvoll hier wohnet,
Fragst mich, ob ich ihm entbrannt,
Hat sein Anblick Irdische belohnet,
Die die Sehnsucht herzgesandt?

„ „Nimmer hab’ ich ihn im Glanz geschauet,
Doch der Edelsteine Glühn,
Die das Prachtgebäude stolz erbauet,
Mußten wohl mich herwärts ziehn!
            
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