Full text: Procedures in employment psychology

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B. Betrachtungen 
die uralten architektonischen Gesetze, die unserem menschlichen Gehirn 
von der Natur als Richtschnur für unser gesamtes sichtbares Gestalten 
gegeben worden sind“*). 
Auf der Werkbundtagung 1914 in Köln zog Muthesius, als der 
damals anerkannte Führer der Werkbundbewegung, das ästhetische 
Fazit aus diesen Feststellungen in einem Vortrag über „die Zukunft 
des deutschen Werkbundes“: „1. Die Architektur und mit ihr das 
ganze Werkbundschaffensgebiet drängt nach Typisierung und kann 
nur durch sie diejenige allgemeine Bedeutung wiedererlangen, die 
ihr in Zeiten harmonischer Lultur eigen war. 2. Nur mit der 
Typisierung, die als das Ergebnis einer heilsamen Konzentration 
aufzufassen ist, kann wieder ein allgemein geltender, 
sicherer Geschmack Eingang finden.“ 
Hiergegen erhob der Deutsch⸗Belgier van de Velde, damals 
Direktor der Weimarer Kunstgewerbeschule, eine der stärksten Be⸗ 
gabungen unter den Bahnbrechern der neueren Architektur wie des 
modernen Kunstgewerbes, Protest. Er erklaͤrte: 
„1. Solange es noch Künstler im Werkbunde geben wird und so 
lange diese noch einen Einfluß auf dessen Geschicke haben werden, 
werden sie gegen jeden Vorschlag des Canons oder einer Typi⸗ 
sierung protestieren. Der Künstler ist seiner innersten Essenz 
nach glühender Individualist, freier und spontaner Schöpfer; 
aus freien Stücken wird er niemals einer Disziplin sich unter⸗ 
ordnen, die ihm einen Typ, einen Canon aufzwingt. Instinktiv 
mißtraut er allem, was seine Handlungen sterilisieren könnte, 
und jedem, der eine Regel predigt, die ihn verhindern könnte 
seine Gedanken bis zu ihrem eigenen freien Ende durchzudenken 
oder die ihn in eine allgemein gültige Form hineintreiben will, 
in der er doch nur eine Maske sieht, die aus einer Unfähigkeit 
eine Tugend machen möchte. 
x) Hermann Muthesius, in der Magdeburgischen Zeitung v. 5. Juni 1913.
	        
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