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11 000 ländliche Gemeinden mit unter 2000 Einwohnern. Insbesondere sind in Süd-
deutschland verhältnismäßig viele kleine Gemeinden gezählt worden, weshalb diese Länder
auch besonders hohe Anteilziffern aufweisen. In Württemberg sind 82,9 vH aller Gemeinden
an den Überschüssen und Zuschüssen der Wasserversorgung beteiligt, in Baden 71,8 vH
und in Hessen 66,7 vH, während der entsprechende Anteil in Preußen und Sachsen nur
15,4 bzw. 18,2 vH beträgt. Die weite Verbreitung der kommunalen Wasserversorgung
in den süddeutschen Ländern, die aus diesen Ziffern gefolgert werden kann, ist wahr-
scheinlich durch die Bodengestaltung verursacht, welche die Wasserversorgung in
diesen gebirgigen Ländern schwieriger gestaltet als im Flachland. Innerhalb Preußens
3ind die Gemeinden mit Überschüssen und Zuschüssen der Wasserwerke in den industrie-
reichen Westprovinzen besonders zahlreich.
Die Zahl der Gemeinden, die an den Betriebsergebnissen der Elektrizitäts-
Werke beteiligt sind, beträgt 6 386 gleich 12,5 vH der Gemeinden insgesamt. Etwa
ein Viertel dieser Gemeinden hat Zuschüsse geleistet. Da die Zuschußgemeinden meist
kleinere Gemeinden sind, betragen die Zuschüsse je beteiligte Gemeinde nur 2 200 AM,
während der auf die einzelne Gemeinde entfallende durchschnittliche Überschuß
15 100 AM beträgt. Soweit die Überschüsse und Zuschüsse auf kleinere Gemeinden
entfallen, handelt es sich vorwiegend um gemeindliche Beteiligungen an größeren Kraft-
werken. Die Beteiligungsmöglichkeit an größeren Kraftwerken ist vor allem in den
industriereichen und dichtbesiedelten Gebieten des Westens und Südwestens gegeben,
deren Gemeinden daher auch die größte Beteiligungsziffer an den Betriebsergebnissen der
Elektrizitätswerke aufweisen. So sind z.B. in Westfalen 39,7 vH, in Hessen-Nassau
34 vH und in der Rheinprovinz 30,9 vM der Gemeinden an den Betriebsergebnissen der
Elektrizitätswerke beteiligt, während in den übrigen preußischen Provinzen durch-
schnittlich nur 3,1 vH der Gemeinden beteiligt. sind. Unter den Ländern steht das
Land Baden mit einer Beteiligungsziffer von 38,3 vH an der Spitze.
An den Überschüssen und Zuschüssen der Gaswerke sind verhältnismäßig wenig
Gemeinden beteiligt. Insgesamt sind es 1 161 meist größere Gemeinden, darunter 149 Zu-
Schußgemeinden. Je beteiligte Gemeinde sind sowohl die Überschüsse wie auch die Zu-
Schüsse höher als bei den Elektrizitätswerken. Auf die einzelne beteiligte Gemeinde ent-
fällt ein durchschnittlicher Überschuß von 121 200 AM und ein Zuschuß von 6 200 AM.
Von den übrigen Betriebsarten weist nur noch die Gruppe der Sonstigen Be-
tri ebe eine die Tausendgrenze überschreitende Beteiligungsziffer von 3 328 Gemeinden
gleich 6,5 der Gemeinden insgesamt auf. Davon haben 1185 Gemeinden, also reichlich
%In Drittel, Zuschüsse erfordert, die je beteiligte Gemeinde 11 300 ‚A. betragen, während
der durchschnittliche Überschuß je beteiligte Gemeinde nur 5 300 AM beträgt.
‚Die Zahl der Gemeinden, die an den Betriebsergebnissen der Verkehrs-undKre-
ditunternehmungen sowie der Schlacht- und Viehhöfe beteiligt ist,
bleibt unter der Tausendgrenze. Am niedrigsten ist die Zahl der Gemeinden mit Über-
Schüssen und Zuschüssen der Verkehrsunternehmungen; sie beträgt nur 166, wovon 64 Zu-
Schußgemeinden sind. Auf die 102 Überschußgemeinden entfällt ein durchschnittlicher
Überschuß von 288 100 AM. Die 64 Zuschußgemeinden haben durchschnittlich einen
Zuschuß von 84 800 AA leisten müssen.
B Bei den Gemeindeverbänden , insbesondere den Kreisverbänden, ist die größte
nn ebenfalls an den Ergebnissen der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe einschließlich
de Grundvermögens und der Elektrizitätswerke beteiligt. Die Überschüsse und Zuschüsse
rn Gas- und Wasserwerke sind dagegen sehr selten. Dafür sind verhältnismäßig mehr
“Meindeverbände mit Betriebsergebnissen der Kredit- und Verkehrsunternehmungen
Vorhanden,
s der Übersicht auf S. 220/21 ist ein Überblick über die Entwicklung der Reinüber-
bis 1o Sse bzw. Reinzuschüsse*) in den Rechnungsjahren 1913/14 und 1925/26
" 927/28 gegeben. Die Reinüberschüsse der Betriebe insgesamt betragen im Rech-
Ungsjahr 1927/28 für die Gemeinden und Gemeindeverbände zusammen 527.9 Mill. AM.
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) Die Reinitberschisse (-zuschüsse) sind durch Abgleichung der Überschüsse nnd Zuschüsse gebildet.