Full text: Finanzen und Steuern im In- und Ausland

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Bei. den Ländern entfielen 1913/14 auf die Steuern vom Einkommen und Ver- 
nögen 75,4 vH der Gesamtsteuereinnahmen, während die Einnahmen dieser Steuern 
1925/26 mit 42,1 1926/27 mit 39,6 1927/28 mit 44.0 vH an den Gesamtsteuereinnahmen 
deteiligt waren. 
Umgekehrt haben in der Nachkriegszeit die Steuern vom Grundbesitz und Gewerbe- 
oetrieb für die Länder stark an Bedeutung gewonnen. Ihr Anteil an der Gesamtsteuer- 
einnahme ist von 5,3 vH für 1918/14 auf 17,1 vH für 1925/26 gestiegen. Für 1926/27 
Wird er mit 16,5, für 1927/28 mit 15,8 vH nachgewiesen. 
Der Anteil der nach dem Kriege neu in Erscheinung tretenden Gebäudeentschuldung- 
‚Hauszins-) Steuer beträgt in allen Jahren mehr als ein Viertel der Gesamtsteuerein- 
nahmen. Dabei ist zu berücksichtigen, daß ein Teil dieser Einnahmen für die Förderung 
des Wohnungsbaus festgelegt ist. und zwar in den drei Jahren rd. 9,5 vH der Gesamt- 
Steuereinnahmen. ; 
Bei den Einnahmen aus den Steuern vom Umsatz und Vermögenverkehr ergab sich 
1913/14 ein Anteil der Steuern vom Vermögenverkehr (die allgemeine Umsatzsteuer be- 
Stand damals nicht) von 12,1 vH der Gesamtsteuereinnahmen der Länder. Nach dem 
Kriege entfielen auf die Steuern vom Umsatz und Vermögenverkehr zusammen 1925/26 
11,0, 1926/27 12,1, 1927/28 — nach dem Fortfall der Umsatzsteuergarantie — 8,3 vH. 
Für die Gemeinden (Gemeindeverbände) hatten die Einnahmen aus der 
Einkommensteuer 1913/14 bei einem Anteil von 52,0 vH der Gesamtsteuereinnahme eine 
Seringere Bedeutung als für die Länder. Der Anteil der Steuern vom Grundbesitz und 
Gewerbebetrieb betrug 39,3 vH, so daß auf wenige wichtige Steuern insgesamt über 
90 vH der gemeindlichen Steuereinnahmen entfielen. Deren Zusammensetzung in der 
Nachkriegszeit ist wesentlich durch den Anteil der Gebäudeentschuldung- (Hauszins-) 
Steuer bestimmt, auf die in den Rechnungsjahren 1925/26 bis 1927/28 zwischen 17 und 
20 vH der Gesamtsteuereinnahmen entfallen. Der Anteil der Einkommensteuer an der 
Gesamtsteuereinnahme betrug nach dem Kriege zwischen 25,1 und 28,9 vH, der der 
Steuern vom Grundbesitz und Gewerbebetrieb zwischen 32,8 und 39,9 vH. Die Real- 
Steuern zusammen erscheinen daher nach dem Kriege als die wichtigste Einnahmequelle 
der Gemeinden (Gemeindeverbände), während vor dem Kriege der Einkommensteuer 
diese Bedeutung zukam. Bei der Gebäudeentschuldung- (Hauszins-) steuer ist wie bei den 
Ländern zu berücksichtigen, daß ein Teil der Einnahmen in seiner Verwendung zur För- 
derung der Bautätigkeit festgelegt ist. Er belief sich 1925/26 auf 10,1 vH, 1926/27 auf 
12,7 vH, 1927/28 auf 12,9 vH der kommunalen Gesamtsteuereinnahmen. Die Zusammen. 
setzung der Gesamtsteuereinnahmen unterscheidet sich nach dem Kriege bei den Ge- 
Mmeinden (Gemeindeverbänden) ferner dadurch wesentlich von den Vorkriegsverhältnissen, 
daß durch die Beteiligung an der Umsatzsteuer die Steuern vom Umsatz und Vermögen- 
Verkehr einen nennenswerten Teil der Gesamtsteuereinnahme ausmachen, und auch die 
Bedeutung der Steuern vom Verkehr sowie vom Verbrauch und Aufwand gestiegen ist. 
Auf die drei wichtigsten Steuergruppen — Einkommen- und Körperschaftsteuer, Real- 
Steuern. und die Gebäudeentschuldung- (Hauszins-) Steuer — entfielen 1925/26 76,7 und 
1926/27 78,1, 1927/28 schließlich 81,6 vH der gemeindlichen Gesamtsteuereinnahmen: * 
Auch bei den Hanse: *“ädten zeigt ein Vergleich der Vor- und Nachkriegszeit 
Weitgehende Verschiebungen. Von den gesamten Steuereinnahmen der Hansestädte ent- 
üelen 1913/14 64,1 vH auf Steuern vom Einkommen und Vermögen, 25,5 vH auf 
Steuern vom Grundbesitz und Gewerbebetrieb, 8,7 vH auf Steuern vom Vermögenverkehr. 
k der Nachkriegszeit verringerte sich der Anteil der Einnahmen aus Steuern vom Ein- 
Mmen und Vermögen auf zwischen 36,3 und 43,8 vH. Ferner war nach dem Kriege 
“üch der Anteil der Einnahmen aus den Steuern vom Grundbesitz und Gewerbebetrieb 
Mit zwischen 18,8 und 21,2 vH der Gesamtsteuereinnahme niedriger als 1918/14. Be- 
101 Cnswert ist dabei, daß der Anteil an den Gesamtsteuereinnahmen 1927/28 gegenüber 
% 3/14 bei der Grund- und Gebäudesteuer auf die Hälfte gesunken, bei den Gewerbe- 
„Suern dagegen auf mehr als das Neunfache angewachsen ist, Der Anteil der Gebäude- 
“Nischuldung- (Hauszins-) Steuer. der sich 1925/26 auf 29 1 vH der Gesamtsteuereinnahme 
F inanzen und Steuern
	        
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