Bemerkenswerte Verschiedenheiten läßt der regional gegliederte Umsatz der Wirt-
schaftszweige erkennen. Sie können für den steuerpflichtigen Umsatz (engerer Begriff)
in ihrer Entwicklung während der Jahre 1925 bis 1927 dargestellt werden. Die Gesamt-
antwicklung dieser Jahre ist charakterisiert durch ein stetiges Ansteigen der Umsatz-
summen und der Pflichtigenzahl in allen Wirtschaftszweigen außer in der Landwirt-
schaft, die im Gegenteil (wesentlich infolge Rechtsänderung) eine Verringerung der
Pflichtigen um mehr als ein Drittel und einen erheblichen Rückgang der Umsatzsummen
aufweist. Einen, im Verhältnis zu ihrem Bevölkerungsumfang, sehr hohen Umsatzanteil
aaben Länder und Landesfinanzamtsbezirke mit lebhaftem Handel und entwickelter In-
Justrie, z.B. die Länder Sachsen, Hamburg, Bremen und die LFA.-Bezirke Berlin,
Düsseldorf, Unterelbe, Unterweser. Geringen Umsatz weisen dagegen die agraren
Gebiete auf, z.B. Bayern und Oldenburg bzw. Brandenburg, Breslau, Königsberg usw.
‘vgl. Übersicht 74). Zugleich ist in den agraren Gebieten der Durchschnittsumsatz je Pflich-
‘gen wesentlich niedriger als in den gewerblichen Bezirken, wie aus dem Verhältnis von
Pflichtigenzahl und Umsatzsumme hervorgeht. Die agraren Gebiete werden dadurch deut-
lich als solche erkennbar, daß sie mit höherem Hundertsatz an der Reichssumme des
iandwirtschaftlichen Umsatzes als an jener des Gesamtumsatzes beteiligt sind. Ent-
sprechendes gilt für die Industrie- und Handelsgebiete. Höheren Anteil am Industrie- als
ım Gesamtumsatz des Reiches hat unter den Ländern namentlich Sachsen, unter den
LFA.-Bezirken Münster, Düsseldorf, Leipzig, Dresden, Stuttgart. Die Umsätze in Handel
ınd Verkehr spielen naturgemäß vor allem in den drei Hansestädten und daneben auch
m LFA -Bezirk Berlin eine bedeutende Rolle (Übersichten 73 und 74).
Auf eine entsprechende regionale Aufgliederung auch des Gesamtumsatzes und der
Veranlagten (weiterer Begriff) ist verzichtet worden, weil sie im ganzen das gleiche
Bild zeigen würde. Unterschiede entstehen im wesentlichen nur dadurch, daß die
Handelsgebiete mit ihren relativ bedeutenden steuerfreien Umsätzen im Gesamtumsatz
tärker hervortreten.
Die Entwicklung des steuerpflichtigen Umsatzes (engerer Begriff) ist außer für die
Länder und Landesfinanzamtsbezirke auch für die Großstädte ersichtlich gemacht, da
liesen als Zentren der Wirtschaft eine besondere Bedeutung zukommt. Von einer
Aufgliederung nach Hauptwirtschaftsgruppen ist dabei abgesehen, weil die Umsätze der
Uroßstädte zum ganz überwiegenden Teil aus Industrie und Handel stammen. Der
Reichsanteil der Großstädte an der Zahl der Steuerbelasteten wie auch an der Summe
les steuerpflichtigen Umsatzes ist von 1925 bis 1927 stetig gestiegen. Stärker zuge-
Ommen hat der Anteil der Steuerbelasteten (von 192,6 auf 232,9 vT), dennoch ent-
;Pricht er auch 1927 noch nicht dem Anteil der Großstädte an der Reichsbevölkerung
272,8 vT). Der Anteil des steuerpflichtigen Umsatzes ist nur wenig gewachsen (von
165,5 bis 472,9 vT), aber er ist an sich sehr hoch, da gerade die Steuerbelasteten mit
dohen Umsatzeummen in den Großstädten wohnen.
Mehr als ein Zwanzigstel der Steuerbelasteten und mehr als ein Zehntel des Um-
Satzes entfällt allein auf Berlin, dessen Anteil an der Reichssumme des Umsatzes 1927
loppelt so hoch ist ale sein Anteil an der Reichsbevölkerung. Das ‘ist übrigens noch
N einigen weiteren Großstädten der Fall, so in Bremen, Elberfeld, Mannheim, ganz
"sonders siark überlegen ist der Umsatzanteil in Düsseldorf und Frankfurt. Dem-
Segenüber weisen Kiel, Gelsenkirchen, Mülheim a. d. Ruhr, Hamborn und Hindenburg
\lso Städte mit überwiegender Arbeiterbevölkerung) sogar einen geringeren Umsatz-
als Bevölkerungsanteil auf. Höher als der Anteil an der Gesamtzahl der Stever-
belasteten ist jedoch der Anteil an der Reichssumme des Umsatzes in allen Städten:
N allen liegt also der Umsatz je Pflichtigen über dem Reichsdurchschnitt. Die Ent-
Vicklung des Umsatzanteils von 1925 bis 1927 ist in den einzelnen Städten sehr ver-
“chieden. Eine fortdauernd über der reichsdurchschnittlichen liegende Umsatzsteigerung
Äßt sich nur in neun Großstädten beobachten (in Berlin, Bremen, Dortmund, Düsseldorf,
Essen, Mannheim, Wiesbaden für die Jahre 1925, 1926 und 1927, außerdem ın
Harbure-Wilhelmshure und Hindenhure O.S.. die aber erst seit 1926 Großstadt sind).