S. 134 und 184 hingewiesen worden. Ein von Mitgliedern
der konservativen Partei im preußischem Landtage einge-
brachter Gesetzentwurf hat die Unterschrift des greisen
Felödmarschalls v. M o lt k e erhalten. Der Antrag hat
aber weder bei den Parteien noch in den zuständigen Mi-
nissterien Unterstützung gefunden und so ist die Bewegung
schließlich erlahmt.
©): Bodenreformer haben sich in der Zeit, in der die
Leitung in meinen Händen gelegen hat, wiederholt
mit der Angelegenheit beschäftigt. Zu praktischen Ergeb-
nissen sind wir aber nicht gekommen. Andere Fragen
haben das Heimsstättenrecht in den Hintergrund gedrängt.
Dabei ist es leider auch bei meinem Nachfolger geblieben.
Erst die Not des Krieges hat, wie in Amerika, auch bei
uns den Gedanken der Errichtung von Heimsstätten zu-
nächst für unsere Kriegteilnehmer und dann für weitere
Schichten des Volkes wieder aufleben lassen. Zwei be-
währte Vorkämpfer der Bodenreform, Stabsarzt Dr.
Ebeling und Adolf P o h l man, haben sich im Februar
1915 in der Zeitschrift Bodenreform mit dem errichten von
Heimstätten beschäftigt.kz) Das Wort Kriegerheimstätten
haben wir Pohlman zu verdanken.
Die Kriegerheimktätten.
Y: Bundesvorstand der Bodenreformer hat den Vor-
schlag sofort aufgenommen. Er hat im März 1915 den
Hauptausschuß für Kriegerheimstätten ins Leben gerufen,
dem sich Behörden und Private in großer Zahl ange--
schlossen haben. Der Hauptausschuß hat im Juni 1915
Grundsätze für ein Reichsgeset zur Schaffung von Krie-
gerheimstätten veröffentlicht. Danach sollte je d e r d e u t-
*) Zeitschrift Bodenreform 1915 S. 69 u. 96.
24 Freese, Vodenreform
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