Object: Rationelle Betriebsführung im Malerhandwerk

Zinkweiß (Schneeweiß) soll reines Zinkoxyd sein. Die Farbe 
darf beim Übergießen mit verdünnter Salzsäure nicht auf- 
brausen — dies würde auf Zusatz von Kreide schließen 
lassen — und muß beim Erwärmen eine klare Lösung 
geben. Ein Rückstand deutet auf Verunreinigung mit 
Schwerspat oder Bleisulfat. Ein Gehalt an Schwefelzink 
(Lithopone) macht sich beim Erwärmen mit Säure durch 
Entwicklung von Schwefelwasserstoff bemerkbar, der an 
dem charakteristischen faulen Geruch leicht erkannt wird. 
Lithopone ist eine Mischung von Schwefelzink mit Schwerspat 
und somit in Säure und Lauge nur teilweise löslich. Beim 
Übergießen mit Salzsäure entwickelt sich Schwefelwasser- 
stoff, am Geruch leicht zu erkennen. Aufbrausen mit 
Säure deutet auf Gehalt an Kreide hin. 
Barytweiß ist ein auf künstlichem Wege hergestellter Schwer- 
spat (schwefelsaures Barium), der im Korn feiner ist als 
natürlicher Schwerspat und deshalb eine größere Deck- 
fähigkeit besitzt. Verfälschungen mit natürlichem Schwer- 
spat werden durch Prüfung der Deckkraft erkannt, indem 
man Barytweiß mit 2%iger Leimlösung streichfertig an- 
mischt und Aufstriche auf Papier herstellt, Diese müssen 
nach dem Trocknen weiß erscheinen und bei nicht zu 
starkem Knittern festhaften. Ist dies nicht der Fall, so ist 
die Farbe nicht feinkörnig genug. 
Bleimennige (rotes Bleioxyd). 
1,Die Farbe ist auf Schönung mit Teerfarbe durch Aus- 
schütteln mit Alkohol und Filtrieren zu prüfen, 
2, Beim Schütteln mit 10%iger Salpetersäure zersetzt sich die 
Farbe unter teilweiser Auflösung und es bleibt ein braun- 
schwarzer Rückstand. Gibt man zu diesem Gemisch et- 
was Zucker (oder Alkohol), so muß — besonders bei leich- 
tem Erwärmen — unter Kohlensäureentwicklung eine voll- 
ständig klare Lösung entstehen, Andernfalls ist Verschnitt 
mit Spat, Ziegelmehl, Eisenmennige oder Ton zu vermuten, 
3. Kreidezusatz wird am Aufbrausen beim Übergießen mit ver- 
dünnter Essigsäure erkannt, 
Eisenmennige, Die Farbe besteht aus Eisenoxyd mit Ton bzw. 
Kieselsäure, Die Nuance der Farbe ist durch den wech- 
selnden Gehalt an Eisenoxyd bedingt. Verfälschungen 
kommen sehr selten vor, auch Zusatz von Teerfarbe ist 
ziemlich ausgeschlossen, 
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