Full text : Allgemeine Gesellschaftslehre

Andere Besonderheiten der Vergesellschaftungs-Werbungs-Seelenaugenblicke usw. 493

oder in der je mehrmaligen Zugehörigkeit eines besonderen
Entsprechung - Augenblickes zu mehreren besonderen Seelen
begründet,

Wir haben bereits die zwischen „konjunktiven Soll-Genossen‘ bestehende
 Beziehung eine „konjunktive Soll-Genossenschaft‘““ und ihre
Gesamtheit eine ‚Gesamtheit konjunktiver Soll-Genossen‘‘ genannt. Eine
„konjunktive Soll-Genossenschaft‘‘ nennen wir aber auch einen „Verband“,
 die in „Verband-Beziehung‘‘ stehenden Seelen ‚„„Verbandgenossen“,
 und eine Gesamtheit von Seelen, die in einer besonderen
„Verband-Beziehung‘“ stehen, eine „Gesamtheit von Verband-Genossen“.
 Die Beziehung ‚Verband‘ ist also zwischen mehreren
Seelen dadurch begründet, daß ihnen allen die Empfänglichkeit für
ainen besonderen Unwert zugehört, der auf Grund eines an sie konjunktiv
 gerichteten Anspruches gegen jede von ihnen als Soll-Folge
verwirklicht werden kann. „Verband-Begründer‘ nennen wir
jenen, der durch einen „konjunktiv an mehrere Adressaten gerichteten
Anspruch“ eine „konjunktive Schuld-Genossenschaft“ jener Adressaten
begründet hat, „Verband mit wechselseitiger Haftung‘ nennen
wir einen „Verband“, der in einer „konjunktiven Schuld‘ gründet, auf
Grund welcher die Anspruchenttäuschung eines der konjunktiven Schuld-Genossen
 auch den anderen Schuld-Genossen ungünstig zugerechnet
wird. Das Gegebene „Verband“ ist also eine besondere Beziehung mehrerer
Seelen, die stets dann vorhanden ist, wenn durch einen an jene mehrere
Seelen konjunktiv gerichteten Anspruch eine „konjunktiv aufhebbare
Schuld‘ dieser Adressaten begründet wurde, ein „Verband‘“‘ ist also
immer nur mit besonderer „Verbindlichkeit“ („Bindung‘“, „Gebundenheit‘)
 mehrerer Seelen gegeben, nämlich mit einer ‚„konjunktiven
 Gebundenheits-Genossenschaft‘‘, „„‚Verband-Genossen‘‘ sind solche
Seelen, deren jede sich auf Grund eines an sie alle konjunktiv gerichteten
 Anspruches in besonderer Weise verhalten soll. Eine „konjunktiv
 aufhebbare Schuld“ können wir auch eine „Verband-Schuld“
nennen, und mit dem Worte ‚„Verband-Schuld‘ ist also gesagt, daß
mehrere Seelen auf Grund eines an sie gerichteten Anspruches ein und
derselbe Verhalten-Seelenaugenblick — das „im Verbande Geschuldete“
 — je einmalig zugehörig werden soll. Wie das Wort „konjunktiv
 aufhebbare Schuld‘, bezeichnet also auch das Wort ‚,Verband-Schuld“
 eigentlich eine Gesamtheit gleichartiger, durch einen
Anspruch begründeter Schulden mehrerer Seelen. Ein
„Verband“ ist nicht allein durch die Gleichartigkeit der Schulden
mehrerer Schuldner gegenüber einem und demselben Schuld-Begründer,
 sondern auch dadurch bestimmt, daß diese gleichartigen
Schulden aller Schuldner durch einen und denselben an sie alle
gerichteten Anspruch begründet wurden. Kein „Verband“ zweier
            
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