Object : Weltporto-Reform

247

1000  Fr.  unberücksichtigt  bleiben  sollen  (Art.  4,9),  Landtransitgebühren ­
  gar  nicht  mehr  erhoben.  Auch  bestehen  für  den  Seetransit ­
  oft  wohlfeilere  Glebühren  nach  Vereinbarung.
Für  einzelne  Briefschaften,  die  nicht  in  Beuteln  oder
Paketen  an  andere  Länder  übergeben  werden,  sondern  als  sog.
offener  Transit  (Art.  4,4)  gehen,  zahlt  man  6  Centimes  (4,8  Pf.)
für  jeden  Brief;  für  Postkarten  und  andere  Sendungen  dagegen
2 1 /ä  Centimes  (2  Pf.)  für  das  Stück.  Die  Grösse  des  Transits
wird  nach  gewissen  periodischen  Feststellungen  (alle  6  Jahre
4  Wochen  lange  Zählungen)  ermittelt  und  danach  verrechnet.
Absendeland  und  Bestimmungsland  befördern  und  bestellen  ihre
gegenseitigen  Briefe  umsonst  und  rechnen  darauf,  dass  Dienst
und  Gegendienst  sich  ausgleichen.
Angrenzende  Länder  haben  im  Wechsel  verkehr  natürlich
keinerlei  Transitgebühren  zu  bezahlen.  Deshalb  sind  vielleicht
auch  aus  diesem  Grunde  Postvereine  mit  ermässigtem  Porto  in
erster  Reihe  zwischen  angrenzenden  Ländern  entstanden.
Was  ist  nun  ein  Postverein?  Wir  wollen  uns  für
unsere  Zwecke  dahin  verständigen,  dass  ein  Postverein  dann
vorliegt,  wenn  verschiedene  Länder  sich  in  bezug  auf  das  Porto
als  ein  einheitliches  Verkehrsgebiet  behandeln.  Das  trifft  ja
nun  auch  für  den  Weltpostverein  zu.
Aber  innerhalb  dieses  gibt  es  Sonderpostvereine,  die  sich
namentlich  seit  dem  Ende  des  vorigen  Jahrhunderts  immer  zahlreicher ­
  entwickelten.  Und  ihnen  allen  war  gemeinsam,  dass  sie
ein  wohlfeileres  Porto  als  das  des  Weltpostvereins  vereinbarten.
Ihr  Entstehen  war  ein  Zeichen  dafür,  dass  das  1875  eingeführte
Weltporto  bereits  als  viel  zu  hoch  empfunden  wurde.  Bei  manchen
dieser  Sonderpostvereine  gelten  die  ermässigten  Taxen  für  alle
Briefpostsendungen  (Briefe,  Karten,  Drucksachen  usw.),  bei
manchen  nur  für  Briefe  oder  andere  Dinge 1 ).  Die  meisten
wenden  im  Wechsel  verkehr  die  inländischen  Taxen  an,  manche
haben  aber  ein  höheres  Vereinsporto  vereinbart,  das  jedoch  wohlfeiler ­
  ist  als  das  Weltporto.  Bisweilen  sind  wegen  der  Münzx
 )  Vgl.  hierzu  den  Artikel  „Weltpost-Briefporto“  in  der  „Deutschen
Verkehrs-Zeitung“  1899,  Nr.  22  (S.  277—278)  und  „Kolonial-  und  Marinebriefe“, ­
  ebenda,  Nr.  20,  S.  255  und  256.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.