Full text : Die Geldvermehrung im Weltkriege und die Beseitigung ihrer Folgen

57

Bei  allen  Gütern,  die  von  mehreren  gekauft  werden,  ist  der
Konkurrenzpreis  auch  gleichzeitig  Grenznutzen  minus  tauschwirtschaftlicher ­
  Grenzertrag,  d.  h.  die  letzten  Konsumenten  schätzen
das  Gut  so  niedrig,  daß  sie  sich  die  Frage:  Konsum-  oder  Kapitalbildung
  vorlegen,  also  ebenfalls  nur  den  tauschwirtschaftlichen
Grenzertrag  als  Konsumertrag  erzielen.  Äier  gibt  es  also  keine
obere  und  untere  Preisgrenze,  sondern  einen  einheitlichen,  für  alle
geltenden  Preis.  Letzten  Endes  sind  also  immer  Nutzenschätzungen
der  Konsumenten  Bestimmungsgrund  der  Preise,  einmal  für  die
Güter  selbst,  die  sie  sich  zu  diesem  Preise  kaufen  können,  dann
für  die  Güter,  die  man  sich  mit  dem  Ertrage  aus  dem  Verkauf
jener  beschaffen  kann,  ohne  den  man  das  Angebot  aus  die  Dauer
nicht  fortsetzt.  —
Mit  einer  richtigen  Preistheorie  ist  eigentlich  auch  die  Theorie
des  Einkommens  schon  erledigt.  Denn  alle  Einkommen  sind
entweder  selbst  Preise  oder  aus  Teilen  von  Preisen  zusammengesetzt. ­
  Die  technisch-materialistische  Wirtschastsaufsaffung  aber  erklärt ­
  die  Einkommen  nicht  aus  der  Preisbildung,  weil  sie  eben
diese  auch  nicht  erklären  konnte,  sondern  sie  hatte  dafür  die  sogenannte
Verteilungslehre.  Diese  ist  aus  der  geschichtlichen  Entwicklung ­
  der  ökono»rischen  Wissenschaft  zu  erklären,  sie  rvar  ein  Ergebnis ­
  der  Frage  rrach  denr  Volksreichtum,  aus  der  die  ganze
ökononrische  Wissenschaft  entstanden  ist,  rurd  der  darauf  wieder
beruhenden  „volkswirtschaftlichen  Betrachtungsweise".  Konnte
nran  die  ganze  sogenannte  „Volkswirtschaft"  allenfalls  noch  als
eine  gemeinsame  Wirtschaft  inr  Sinne  der  bisherigen  technischen ­
  Auffassung,  also  als  eine  Produktionsgemeinschaft  ansehen, ­
  in  der  die  durch  Zusammenwirken  aller  hergestellten  Produkte ­
  verteilt  werden,  so  war  diese  technische  Auffassung  doch  unmöglich,
  sobald  man  den  Verteilungsgedanken  auf  die  in  einer
einzelnen  Unternehmung  zusammenwirkenden  „Produktionsfaktoren" ­
  anwendete.  Denn  hier  werden  eben  rächt  Produkte, ­
  sondern  Geldsummen  „verteilt".  Daher  das  Durcheinander ­
  des  Erlragsbegriffs  selbst  in  den  neuesten  Lehrbüchern,  der
bald  Produkte,  bald  Geldsummen  bedeutet,  welch  letztere  dann  rrach
der  sogenannten  subjektiven  Wertlehre  noch  Wertausdrücke  sein  sollerr.
In  der  Einkommenslehre  wird  es  eben  ganz  unmöglich,  was  die
Grundlage  aller  bisherigen  Wirtschaftstheorie  ist,  hinter  dem  „Geldschleier" ­
  nur  die  technischen  Vorgänge  der  Produktion  zu  sehen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.