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VII Abfdhnitt: Einzelne SchuldverhHältniffe,
DL®. Kolmar, Kecht 1906 S. 116, DLSG. Hamburg in Mipr. d. DLG. Bd. 20 S. 115 und
Hecht 1909 Ir. 3754; a. Mi. aber Ripr. d. YVLG. Ka Bo. 13 S. 374, Mittelftein
Bl. 1, NA. Bd. 74 S. 523, Recht 1910 S. 267 und Miete S. I6; f. au DLG. Hamburg,
Hanf. Ger3. 1908 Beibl. 121 Recht 1908 Nr. 965, Ripr. d. DLG. Bd. 17 S. 12.
, 7. Die in Saß 2 gegebene Borfohrift IOließt zugleich die bindende Kraft ver-
:3inbarter RündigungSfrift, wenn au nicht überall, jo doch jedenfalls in dem
Salle aus, wenn fie eine längere al8 die gefebliche it, vgl. hierüber RKOES. Bd. 59 S. 245.
8. 5 566 gilt natürlich auch für Padhtverträge.
, Hinlichtlih der Jagdpachtverträge verneint das Reicdhsgericht in Bd. 51 S. 279 ff.
i= Sur _Wichr. 1902 Beil. S. 239) mit Recht daZ Erfordernis der Schriftlichfeit, da hier
eine Sache im Sinne des S 535 den unmittelbaren Gegenitand des Vertrag3 bildet
im Gegenfaße zu Mipr. d. DL®. [Aammerger.] Bo. 4 S. 44; vol. Hiezu auch Nitter,
Recht 1901 S, 229). Im übrigen ıft hier Schriftlichkeit vielfach durch das in erfter Meihe
zemäß Art. 69 CS. maßgebende SandeS3recdht verlangt (vgl. hiezu für Bayern Woeber
ın Bayr. 3. f. N. 1905 S. 211 ff. und Bolwein, Komm. 3. Jagd®. S. 24 und 75).
Dei einem fog. KohrnuußungsSvertrag in einem See Hat das Reichägericht
(€. vom 23. Oftober 1903 in D. ur. 8. 1904 S, 71) die Anwendung des S 566 Wr
ıommen, da u das Seegrunditück felbit hier Gegenftand der Rachtung mit jet.
Hinfichtlih des Sifhereirecdht8 erklärt das Neichsgericht in diefer Enticheidung die
Sache fir zweifelhaft; e8 wird hier mohl das gleiche wie bei Jagdpacht (f. oben) zutreffen
für Bayern vgl. Arı. 33 des FYDH.SG. vom 15. Auguft 1908).
9, Neber Erfordernis der Schriftlichkeit bezüglihH der Nechtögültigkeit von Bor
behalten bei NbfhluB von Miet- und Vachtverträgen vgl. unten Bem. IV, 3.
„10. Die Aufnahme der fog. Optionskflaufel für einen Zeitraum über ein Sahr
in einen früher unbedingten Mietvertrag erheifht die Schriftform nach 8 566, 1. Kipr.
5. DLSG. (Rammerger.) Bd. 8 S. 396.
11. Beim Eintritt in einen bereit8 beftehenden {Oriftlidhen Miet
sertrag, der dem S 566 bereits ent{pricht, wird S 566 weiter nicht anwendbar fein, da nur
ne Kechtsnachfolge ftattfindet (ebenfo Niendorf 8 12, DLG. Hamburg, D. Jur.3. 1907
S. 1092. In der ROS, Iur. Wichr. 1905 S, 687 {ft die Frage für den befonderen Fall
e5 8 25 Q®B. bejaht, im übrigen offen gelajfen).
2. 12. Die Form des 8 566 kann mit verbindliher Kraft audhH nachgeholt werden
1 Mittelitein in Bl. f. RA. Bd. 74 S. 517 ff. und Miete S. 98.
13. Wegen der Beweislaft vol. Kıpr. d. DLG. (Königsberg) Bd. 17 S. 10 Anm.
MX. Folgen einer Berfäumung diefer Form:
A, Die Nichtbeachtung der Form macht hier — im Gegenfaße zu S 125 und zu PLR.
31.1 Tit, 21 8 269 — den Mietvertrag nicht ohne weiteres nichtig, vielmehr CM der
Bertrag zunächft einmal als für ein Jahr rehtsgültig abgeidhlofen, fann jedoch jür den
Schluß Ddiefes Jahres — und zwar iit hier offenbar das Vertrag3iahr, das ich vom
Abihluß des Vertrags an berechnet, und nicht das Kalenderjahr Sen — gefündigt
merden. Für die weitere Dauer aber, d. bh. wenn nicht für den Schluß des Vertrags-
jahres gefündigt wird, gilt der Bertrag al8 ein auf unbefitimmte Zeit abgefhloffener
Mietvertrag und ift alfo dann nach Maßgabe des S 575 bj. 1 weiter kündbar. Der
jormlos abgefdhloffene Bertrag ift alfo an fi feinem ganzen Inhalte nad voll-
zültig, e8 it ibm nur Dinjichtlich feiner Zen auer eine Örenze gefteckt. (Neber
ie verjdhiedenen Anfichten vgl. Fränfel S. 6, Dertmann Bem. 4, Mittelftein S. 98,
Ja8 bei Warneyer Bd. 1 zu S 566 zit. Urt. d. DLG. HR vom 2, März 1900, SE
n D. Iur.3. 1904 S. 1034 und Recht 1905 S. 466, Buck in @ruchot, Beitr. Bd. 48
3. 723 % und Recht 1905 S, 278, Michel8, Rhein. Arch. Bo. 23 S, 82 ff, OLG. Hamburg
n D. NT 1906 S. 772, Seuff. Arch. Bd. 61 Nr. 199, Ripr. d. DL ®. [Nammerger. und:
Hamburg] Bd. 13 S. 372, OLG. Frankfurt Recht 1908 Nr. 724.)
‚8 566 feßt aber auch im Falle der nicht beachteten Form voraus, daß ein münd-
iicher Mietvertrag gültig gefhloffen worden ift; die8 ift nicht der all, wenn
die Barteien nur einen u eielieheh Mietvertrag fhließen wollten und diefem Erforderniffe
m Einzelfalle nicht genügt ift, |. ROSE. in Iur. Wichr, 1908 S. 105, fowie auch S. 446.
„ . Neber den Zall eines gemifcdhten Vertrags (Miet: und Kaufabrede in einem
inbeitlichen Bertrage) val. Sur. Wichr. 1907 S. 166, Recht 1907 Nr. 574 (S& 125 ift hier
N völlig ausgefchaltet, jondern nur eingefchränkt), au SIJur. Wir. 1904 S. 382
NOS. Bd. 51 S. 179, Bd. 52 S.4, 1. ferner Seuff. YUrch. Bo. 64 S. 122 (Heilung des
'orm{ofen Vertrags, Joweit er durch den Aaufvertrag mitumfaßt wird).
| 3, Cine weitere Frage ijt die, vb der Saß 2 zwingender Natur oder bloße
Xuslegung8vorichrift it, d. b. ob Sa 2 auch dann ailt, wenn die Ddarnach zeitlich