Full text: Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft in der Weltgeschichte

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‚etreten, aber soviel ist richtig, daß vielfach eine Arrondierung 
ınd Ausbreitung der großen Grundherrschaften auf Kosten der 
kleinen freien Landwirte doch erfolgte, daß nicht selten auch eine 
‚oziale Depression dieser damit Hand in Hand ging. Durch Auf- 
tragung (Tradition) des freibäuerlichen Bodens an die großen 
Grundherren, vor allem die Kirche, aber auch den König oder 
Grafen!*), wuchs die Grundherrschaft immer mehr, auch wenn 
nicht sofort das ganze Besitztum der Tradenten an jene überging. 
Und wie immer dadurch noch nicht ein wirtschaftlicher Groß- 
betrieb zustande kam, da ja die Prekaristen ihren Kleinbetrieb 
weiterführen konnten*?), so berätigten die großen Grundherren, 
Kirche wie Laienadel, auch damit eine kapitalistische Unter- 
nehmung, daß sie die landwirtschaftlichen Produkte ihrer Hinter- 
sassen von diesen zu billigem Preis, welchen sie selbst niedrig be- 
stimmten, d. h. drückten, zur Zeit der Ernte aufkauften!®), um 
dieselben dann später ihrerseits mit großem Gewinn viel teurer 
abzusetzen. 
Der kapitalistische Geist, d. h. das Gewinnstreben, wird aber 
nicht nur darin deutlich, wir können ihn auch sonst noch beob- 
achten. Ich hebe nur hervor, daß bei der kirchlichen Großgrund- 
herrschaft die Prekariengeschäfte oft künstlich zustande gekommen 
sind, indem die Kirche durch Ausmalung der Höllenqualen und 
himmlischen Strafen die Auftragung von Grundbesitz mit sanftem 
Druck selbst herbeiführte, derart, daß die Staatsgewalt sich ver- 
anlaßt sah, dagegen einzuschreiten!*), ja auch die Konzilien sich 
101) Ebda. 1”, 196£. u. 327f. 
12) Ebda. 1”, 244 ££. sowie 218. 
103) Vgl. das Verbot des Konzils v. Paris v. J. 829: quod in quibusdam 
occidentalibus provinciis suadente avaritia episcopi et comites et ceteri praelati 
pauperibus sibi subiectis soleant edictum imponere, ut nullus illorum tempore 
messis modium frumenti nec tempore vindemiae modium vini maiori praetio, 
nisi quod ab eis constituitur, vendere praesumat. Unde fit, ut cum aliis modius 
frumenti ı2 X et modius vini 20,4 venundari possit, huiuscemodi seniores 
modium frumenti ad quattuor et modium vini ad sex sibi extorqueant denarios. 
M. G. Concil. 2, 645 c. LII. 
103) Vgl. das Verbot Karls d. Gr. vom J. 811, MG. Capitul. 1, 163 C. $: 
Inquirendum etiam, si ille seculum dimissum habeat, qui cotidie possessiones 
suas augere quolibet modo qualibet arte non cessat, suadendo de coelestis regni 
beatitudine, comminando de aeterno supplicio inferni et sub nomine Dei aut 
cuiuslibet sancti tam divitem quam pauperem, qui simpliciores natura sunt 
et minus docti atque cauti inveniuntur, sic rebus suis expoliant... 
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