Full text: Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft in der Weltgeschichte

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liches Stück von der als Geld verwendeten Ware, als Zeichen 
oder Symbol davon im Umlaufe bleibt. Bekannt ist, daß auch 
Steine zu Geldzwecken Verwendung finden; so auf Jap (Karolinen- 
inseln)**) mühlsteinähnlich bearbeitete und durchbohrte Scheiben 
in verschiedener Größe aus Aragonit, den man auf den benach- 
barten Palauinseln bricht. Bei dem Muschelgeld dürfte ursprüng- 
lich wohl auch die Verwendung als Schmuck von Bedeutung 
gewesen sein. Die verschiedenen Stadien der Bearbeitung sowie 
die Muschelgeldschnüre (Perasali) vom Salomoarchipel veran- 
schaulicht eine Abbildung bei Koppers?*). 
Zum Schlusse dieser kurzen Skizze über das Verhältnis von 
Natural- und Geldwirtschaft bei den Völkern primitiver Kultur 
seien nur noch zwei Tatsachen besonders hervorgehoben. Einmal, 
daß eine Geschlossenheit der Wirtschaft oder volle Eigenwirtschaft 
selbst dort nicht immer existiert, wo sie technisch leicht möglich 
wäre, So werden bei den Todas in Südindien, die wesentlich von 
der Milchwirtschaft leben, die Gefäße für diese nicht eigenwirt- 
schaftlich erzeugt, sondern von einem andern Stamm, den Kotas, 
bezogen, der als nicht ebenbürtig betrachtet wird?!). Anderseits 
kommt bei den Mongolen neben Naturaltausch und Naturalgeld 
(Ziegeltee) als Zahlungsmittel doch auch Edelmetall (Silber in 
Barren) vor. Als Scheidemünze (kleinere Zahlungsmittel) aber 
dienen seidene Gewebe (Chadaks)?). Überdies sind hier für den 
Handelsverkehr auch Banken vorhanden, die eine ökonomische 
Notwendigkeit darstellen, da Metallgeld nicht in genügender 
Menge existiert und die Silberbarren, nach Gewicht und Edel- 
metallgehalt bewertet, keinen leichten Zahlungsmodus ermög- 
lichen. Die Bank gewährt Vorschüsse auf das Bankkonto. Als 
direktes Zahlungsmittel wird vornehmlich der Ziegeltee ver- 
wendet??), 
*®) Vgl. dazu auch O. Lenz, Über Geld bei Naturvölkern, 1895. P. Ray- 
mund, Die Faden- und Abnehmespiele auf Palau. „Anthropos“, Internat. 
Zschr. f. Völker- u. Sprachenkunde 6, 40 ff. (1911), sowie Th. Helmreich, Das 
Geldwesen in den deutschen Schutzgebieten. Progr. d. Gymn. Fürth 1912—1915, 
endlich Rob. Eisler, Das Geld. München 1924. 
2) A. a. O. S. 571, vgl. auch bei Eisler, S. 109 ff. 
2) Vgl. W. H. R. Rivers, The Todas (1906), S. 52 und 636. 
2%) Vgl. H. Consten, Weideplätze der Mongolen im Reiche der Calcha 
(1919), z, 123 ff. 
23) Ebda. S. 122.
	        
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