staub und Goldbarren waren für den Handel ebenso unpraktisch
wie in China empfunden, so daß das Kupfergeld die Überhand
behielt. Es wurde in großer Menge von China angekauft, u..zw.
kursierten später zwei Arten von Kupfergeld (Eirakusen und
Bita). Im Jahre 1608 wurde das Verhältnis beider mit ı:4 fest-
gesetzt.
Während des 15. und 16. Jahrhunderts ließen verschiedene
Territorialherren Gold- und Silbermünzen schlagen, um den
Handel in ihren Provinzen zu fördern. Ende des 16. Jahrhunderts
gelang mit der Konzentrierung der politischen Macht in der
Hand eines einzigen Oberherren auch die Unifizierung der
Währung, indem Goldmünzen großen Formates hergestellt
wurden. Jedoch vermochten diese sich nicht allgemein durch-
zusetzen, da jeder Militärbefehlshaber in seiner Provinz ein
eigenes Wirtschaftssystem ausgebildet hatte.
Am Beginn des 17. Jahrhunderts ermöglichte die Entdeckung
von Gold- und Silberminen in verschiedenen Provinzen (Sado,
Iwani und Tajima) eine Vereinheitlichung der japanischen
Währung. Es wurden jetzt außer den früher schon hergestellten
Gold- und Silbermünzen verschiedene Arten solcher vom Kaiser
geprägt. Auch Kupfergeld wurde geschlagen, neben welchem das
von China gekaufte (Eirakusen) noch weiter umlief, Da die
Relation beider zu Streitigkeiten Anlaß gab, verbot der Kaiser
die Eirakusen. Seit dieser Zeit wurde japanisches Kupfergeld in
immer steigendem Ausmaße hergestellt. Aber in der ersten Zeit
der Tokugawaherrschaft (seit Anfang des 18. Jahrhunderts) war
das Metallgeld in der großen Masse der Bevölkerung trotzdem
noch wenig verbreitet. Das gewöhnliche Volk sah noch am Be-
ginne des 17. Jahrhunderts nur selten Goldmünzen, Es verwendete
den Reis als Naturalgeld und bediente sich noch des Natural-
tausches (Reis gegen Heringe). Auch Schuldverträge lauteten auf
Reis, und Zinsen wurden in diesem entrichtet. Für kleinere Ge-
schäfte wurde Kupfergeld und Reis unterschiedslos gebraucht.
Zudem waren die Verhältnisse nicht in allen Teilen Japans gleich.
In manchen Gegenden waren noch am Ausgang des 17. Jahr-
hunderts Kupfermünzen so selten, daß alles mit Reis gekauft
wurde, Immerhin besaßen die Landleute genug Münzgeld, um
die Abgaben von ihren Feldern, soweit sie nicht Reisfelder waren,
damit zu entrichten. Im westlichen Teile von Japan (Kwansei)