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sich nun in den Kreisen der Städtebevölkerung, welche diese
ländlichen Produkte mit Metallgeld kaufen mußte, der Ruf
nach Reformen. Die herrschenden Kreise hatten ja wie die
Großgrundbesitzer ebenso viele Vorteile davon, während die
Gewerbe- und Handelsleute dadurch beeinträchtigt wurden.
Um nun eine Senkung der Preise zu erzielen, mußte die
im Umlauf befindliche Münzmenge verringert und deren Edel-
metallgehalt verstärkt werden. Das geschah 1715—1717. Diese
Münzreform bewirkte nun einen starken Rückgang der Reis-
preise.
Aber derselbe wirkte keineswegs segensreich, wie man er-
wartet hatte, sondern zeitigte eine allgemeine Wirtschaftskrise”).
Das Volk blickte geringschätzig auf den Reis wie auf Dreck.
Wollte einer der Ritter (Samurai) den Überschuß seiner Reis-
löhnung zum Ankauf anderer Waren benützen, so konnte er
nicht genug Geld aufbringen, um auch nur die nötigsten Lebens-
bedürfnisse anzukaufen. Wollte er etwa noch etwas extra kaufen,
so blieb ihm nicht genug mehr zu essen. In der gleichen Lage
wie die Samurai befanden sich die Landwirte. Selbst bei guter
Ernte konnten sie kaum die Kosten des Transportes und der
Arbeitslöhne decken. Sie vermochten von dem Überschuß nicht
erheblich zu profitieren. Da aber die Samuraiklasse nicht mehr
kaufkräftig war, hatten auch die Händler und Handwerker nur
wenig Erwerbsmöglichkeiten. Trotz der niedrigen Reispreise gab
es viel armes Volk, das halb verhungert war, eine große Sterb-
lichkeit trat ein. Schon begann die Landbevölkerung sich gegen
die Grundherren zu rühren. Die Regierung wollte die allgemeine
Not dadurch beseitigen, daß sie die Reispreise zu steigern suchte,
u. zw. nicht durch eine Währungsreform, sondern durch eine
Verminderung des Reisangebotes auf dem Markte. Aber alle diese
Verordnungen, sowohl die Weisung an die Städte, Reis in großen
Mengen anzukaufen und aufzuspeichern, wie auch die Förderung
der Likörerzeugung durch Gewährung eines Monopolrechts an
die Reishändlerzunft hatten nicht den gewünschten Erfolg. Die
Reispreise zeigten keine Steigerung. Da brachte mit einem Schlage
ein Heer von Insekten (Heuschrecken) zustande, was bisher nicht
gelungen war. Die reifende Frucht wurde weithin in einer Nacht
28) A,a.O., S. 42.