In dieser ältesten Zeit bis zum Exil wurde noch kein Münz-
geld ‚verwendet, sondern Barren von Gold oder Silber nach
Gewicht zugewogen (Schekel).
Als dann im 8. Jahrhundert v. Chr. die Selbständigkeit
des Reiches verlorenging, und die Assyrer dasselbe eroberten,
fanden deren Einrichtungen auch auf wirtschaftlichem Gebiete
Eingang. Die Zeiten des Exils (babylonische Gefangenschaft)
bedeuteten in wirtschaftlicher Beziehung eine Periode des Ver-
falls für Palästina, das einen großen Teil seiner Bevölkerung
verlor. Viele der Exulanten wandten sich in der Diaspora dem
Handel zu. Und als dann die Perser das Babylonische Reich
eroberten und die Juden in ihre Heimat zurückkehrten (539);
änderten die neuen Herren wenig an der alten Ordnung dort.
Das persische Münzsystem breitete sich neben dem einheimi-
schen aus.
Für die hier im Vordergrund stehenden Probleme tritt seit
dieser Zeit Palästina hinter den Großstaaten zurück, zu welchen
es weiterhin politisch gehörte.
Auch bei den Juden hat in der ältesten Zeit keine reine
Naturalwirtschaft geherrscht oder der Handel zu Moses’ Zeiten
gefehlt”), es war daneben die Geldwirtschaft bekannt und auch
zu Zeiten der Richter (ca. 1300—1100) nicht nur ein gewisser
Luxus, sondern auch Edelmetall bei ihnen in ansehnlicher Menge
vorhanden*?). Schon im 8. Jahrhundert v. Chr. war die An-
häufung von Grund und Boden in den Händen gewissenloser
Kapitalisten, die das Volk aussaugten, von einzelnen Propheten,
wie Jesaja, bekämpft und gegen die Geldgeber in der Hauptstadt
geeifert!??),
Kurz kann ich mich hier auch über das Reich der Perser
fassen. Ein Haupterkenntnismittel für die Wirtschaftsverhältnisse
dort bilden die Steuerlisten aus der Zeit des Dareios (s22—486
v. Chr.), welche bei Herodot überliefert sind. Indem hier die
Leistungen der verschiedenen Provinzen zusammengestellt werden,
anden wir neben Naturalabgaben (Pferden und Getreide sowie
120) Herzfeld S. 6.
21) Ebda. S. 11.
2) Vgl. F. Wilke, Der Sozialismus im hebräisch. Altertum. Religion u.
Sozialismus. Festschr. d. evangel.-theol. Fakultät in Wien 1921, S. 217.