Full text : Die drei Nationalökonomien

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Inhalt ist ebenso reich oder vielmehr reicher als der des besonderen
Begriffs, da er tatsächlich das Wesen der Sache zum Ausdruck bringt.
Während also, wie man es ausdrücken könnte, alle Allgemeinbegriffe
von Naturdingen nominalistische Ordnungsbegriffe sind, sind alle Allgemeinbegriffe
 von Kulturdingen realistische Wesensbegriffei%a,
die nur nachträglich als Gattungsbegriffe gleichsam verwendet werden,
sofern man ihnen engere Begriffe unterordnet. Während wir also
zu dem Begriff Pferd gelangen, indem wir von Farbe, Größe, Bauart
 usw. der einzelnen Pferde absehen, bilden wir den Begriff Hammer
weiß Gott nicht, indem wir die besonderen Merkmale des Schmiedehammers,
 Maurerhammers, Goldarbeiterhammers usw. „weglassen“,
sondern indem wir positiv das „Wesen‘“ des Hammers als eines für
bestimmte Zwecke gewählten Werkzeugs, das heißt als Schlagwerkzeug
 (verlängerter Arm und verhärtete Faust), in dem Begriffe
zum Ausdruck bringen. Ebenso schreiten wir zu dem Begriff „„Werkzeug‘
 nicht weiter, indem wir Hammer, Spaten, Hacke usw. ihrer
Sondermerkmale entkleiden, sondern indem wir die Merkmale der
Idee Werkzeug „ponieren‘“, während wir natürlich vom Pferd zum
Huftier, zum Säugetier, zum Tier immer nur auf demselben Wege
der Entleerung der Begriffe gelangen. Jedes Sachgut, jedes Gerät
bildet auf diese Weise einen Allgemein- = Wesensbegriff, dessen Inhalt
 wir aus innerster Zweck- und Sinnerfahrung heraus erfüllen,
aber ebenso jede Einrichtung des Menschengeistes: Staat; Kirche,
Betrieb, Stadt, Schule, Heer, Bank, Handel usw. .
Wir stellen also fest: alle kulturwissenschaftlichen Begriffe sind
Wesensbegriffe, kein naturwissenschaftlicher Begriff ist Wesensbegriff,
 denn jede Bestimmung eines Wesens an Naturdingen. ist
Metaphysik, wie wir das früher bereits in Erfahrung gebracht haben.
Der Unterschied der Begriffsbildung in den beiden Wissensbereichen
entspricht dem Unterschiede der Erkenntnisweisen: der verstehenden,
 die von innen nach außen erkennt, und der „begreifenden‘‘,
ordnenden, die am Äußeren haften bleibt.

1042 Vgl. dazu Sigwart, Logik 1% 357ff., 2% 220ff, Sigwart sieht, daß
beim „Zweckbegriff‘““ das Allgemeine früher als das Spezielle ist, zieht aber nicht
die Konsequenz, daß dieser Tatbestand für alle Kulturbegriffe zutrifft. Vielleicht
das Tiefste hat über Begriffsbildung unter den Logikern des 19. Jahrhunderts
Lotze gesagt. Siehe dessen ..Logik'‘ (18724). $$ afl.
            
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