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Kaufmanns, verlor sein nicht unbeträchtliches Vermögen durch
die Revolution und wurde hiedurch genöthigt, bis an sein Ende
Handlungsemployö zu bleiben. Von diesem Schicksal abge
sehen, verlief sein Dasein ziemlich ohne Wechselfälle. Er be
sorgte pünktlich seine Geschäfte und speculirte nebenbei über
die gesellschaftliche Beglückung der Welt. Obwohl wirklich
ausgewachsen, blieb er doch immer ein Kind, und das Einzige,
was zu seiner Ehre gesagt werden kann, besteht darin, dass
er zu der aufrichtigen und gutmüthigen Art dieser Gattung ge
hörte. Sein Sinn hatte sich gegen Lüge und Uebervortheilung
schon früh aufgeregt gefunden, und was ihn als eigentliches
Kind frappirt hatte, das Hess ihn auch später nicht in Ruhe.
Das Träumen des mit einigen Kenntnissen ausgestatteten Kin
derkopfes lehnte sich gegen das Schlimme in allen Richtungen
auf und gedachte nicht nur die Menschen, sondern auch die
Natur zur Raison und Harmonie zu bringen. Es sollte dem
ganzen Kosmos, dem kleinen wie dem grossen, nachgeholfen
und nicht blos den Lebenden, sondern auch den Todten ein
neues Reich geschaffen werden, welches über die schlechte
Weltepoche, die als Civilisation bezeichnet wird, zu trium-
phiren habe.
Sowohl die naturphantastischen oder, wie wir in Deutsch
land noch immer sagen müssen, die naturphilosophischen, als
auch die gesellschaftlichen Vorstellungsspiele Fouriers sind be
reits in dessen erster Schrift von 1808 hinreichend sichtbar.
Dieses absonderliche Werkchen betitelt sich als „Theorie des
quatre mouvements” und findet sich, nicht erheblich verändert,
in den Oeuvres von 1841 als erster Band. Die „Vier Bewe
gungen”, um die es sich handelt, gehören theils der Natur
theils der Gesellschaft an. Sie sollen alles Dasein beherrschen,
und wurzeln in der oben angedeuteten Entdeckungsmanie, die
auf eine Art Nachäffung der Gravitationsvorstellungen zurück
zuführen ist. Die sehr rohe Gestalt, welche diese Newtons
sucht bei einem Fourier hat, überhebt uns eines weiteren Ein
gehens auf die ausschliesslich naturphantastischen Bestand-
theile, soweit dieselben nicht etwa mit der Gesellschaft Zu
sammenhängen sollen. Jedoch sind die „allgemeinen Geschicke”
auf dem Titel der ersten (Lyoner) Ausgabe jener „Vier Be
wegungen” genannt und die „Ankündigung der Entdeckung”,
welche das Buch repräsentiren soll, hat ihre Bedeutung im