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Niederschriften der Kaufmannschaft beliebte ängstliche Sachlichkeit und Kürze,
die alles Persönliche unterdrückte, wenig Aussicht aus gute Llusbeute verspricht.
In: übrigen müssen wir uns zwar die wirtschaftlichen Verhältnisse Magdeburgs
vor hundert Jahren als recht einfach vorstellen, Carl Schnitzes Lebenszeit und
wirtschaftliche Betätigung reicht aber bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts,
und gerade die fast 50 Jahre, die er als Erwachsener Hierselbst verlebte, sind
die Zeiten keimender Entwicklung des Neuen, Zeiten, in denen das wirtschaftlich
Gute ausgesondert ward, während das wirtschaftlich Riickständige verloren ging.
find ein Mann der neuen Zeit zu sein, war, wie wir wissen, der Stolz Carl
Schultzes! Er durfte sich rühmen, als Ende der dreißiger Jahre in Magdeburg
neuer Unternehmungsgeist erwachte, die Magdeburger Wasser-Assekuranz begründet
zu haben, wobei sich, lote wir hören, seine Überredungskunst glänzend
betätigte. Er durfte darauf stolz fein, die Eisenbahn von Magdeburg nach
Leipzig mit geschaffen und ihre Direktion jahrelang geführt zu haben, während
sich mehrere seiner Amtsgenossen in der Kaufmannschaft gegen ihren Ban ge--stemmt
hatten. Eine große Freude war es ihm da, wie berichtet wird, als er einst
von Leuten, die ihn nicht erkannten, in der Bahn seine Verdienste rühmen hörte,
üm zu wissen, wie man über die Bahn urteile, war er eingestiegen und hatte sich
dritter Klasse zu Reisenden gesetzt. Da vernahm er denn, wie er als Mann des
Fortschrittes und der Zukunft gepriesen wurde.
Carl Schultzes größtes Verdienst wird es immer in unseren Augen bleiben,
die Gründung der Korporation der Kaufmannschaft durch Königliches Privileg
herbeigeftihrt zu haben. Lnerfür schuldet diesen: schlichten Sohne Magdeburgs,
wie den: Oberbürgermeister Francke auch die Handelskammer zu Magdeburg
für alle Zeiten ihren hochachtungsvollen Dank!