310 III. Buch. Die Vertheilung der Güter.
einen gleichen wirklichen Gewinn ab, auf den jedermann mit Recht zählet
dürfe; und man hat dieser Doctrin den Namen der Theorie von
Gleichheit der Gewinne beigelegt.
Adam Smith behauptete, daß sich die Unternehmergewinne in einem '
schränkten Umkreise, wenn man von demjenigen, was dieselben als Entsşş
gung für ungewöhnliche Unannehmlichkeiten und ein außerordentliches W
einbringen müssen, absehe, für alle Arten von Unternehmungen gleich ^
stellten, daß also das in diesen letztem angelegte Kapital gleichviel einbringe-
a) wenn die betreffenden Unternehmungen in der Nachbarschaft wohl ^
sönnt seien und seit lange beständen; b) wenn sich deren Geschäftslage 1
ihrem normalen Zustand befinde, d. h. wenn die Nachfrage nach den Erşş
niffen dieser Etablissements oder das Angebot derselben nicht außerordent ^
gesteigert oder vermindert sei; c) wenn die Besitzer derselben nicht ander^
woher ein beträchtliches Einkommen bezögen, und d) wenn nicht Gesetze o ^
private Verabredungen den Uebergang vom Betrieb einer Unternehmung ^
demjenigen einer andern oder das freie Ergreifen jeder beliebigen products
oder commerciellen Laufbahn verhinderten. Wären diese vier Bedingung
alle erfüllt, so müßten die von sämtlichen Unternehmungen der betreffen^
Gegend abgeworfenen Gewinne im Verhältniß zum Umfange derselben ^
gleichen sein. Dies war die von Adam Smith vertretene Ansicht, "
wir gestehen zu, daß sie richtig ist, wenn sich noch eine fünfte Beding"^
erfüllt findet, nämlich: wenn die Thatsache festgestellt werden kann, datz
der betreffenden Gegend keine traditionelle Vorliebe für gewisse Beschäftigung
herrscht oder eine Abneigung gegen den Uebergang von einem Berufe zu f 1
andern nicht oder nur in geringem Grade wahrnehmbar ist. In einem l fl
Gebiete, dessen Bevölkerung in so einfachen und [tätigen Verhältnissen ^
daß die von einem jeden gemachten Gewinne allgemein bekannt sind un ^
voraussichtlich in Zukunft erzielbaren sich leicht berechnen laffen, werden^
Hutmacher keinen viel höhern Prosit als die Schneider machen. Sonst ^
einige der letztem oder Söhne derselben schon längst Hutmacher geworden,^
sie kein Hinderniß und keine Anhänglichkeit an eine lieb gewordene Beschaff
davon zurückhielt. Aber in der Wirklichkeit bilden die Fälle, in we ^
sich alle diese Bedingungen realisirt finden, nur Ausnahmen. Sogag^
Adam Smiths Zeiten fanden sich diese Bedingungen selbst in den kleinen ^
lischen Städten mit ihrer mäßig lebenden Bevölkerung nur unvollständig^
füllt, obgleich die Zeitverhältniffe für deren Erfüllung die günstigsten w^ i
Befand man sich doch dazumal in der Uebergangsepoche von der zw ^ ļ
weisen Organisation der Gewerbe, welche ihrem Verfall entgegen ging, Z» d ^
ginnenden Periode des der gesetzlichen Regelung entbehrenden, über die 8^ ;l
sich erstreckenden speculirenden Gewerbebetriebes, des Fortschritts der ^