fullscreen : Die Nationalökonomie in Frankreich

V  orläufer

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rische  Kritik  ließ  es  sich  angelegen  sein,  dem  seit  Knies  als
Sozialisten  Geltenden  gerecht  zu  werden.  Von  französischen
Arbeiten  über  Sismondi  verdienen  die  eingangs  zitierten  von
Aftalion  und  Rist  gelesen  zu  werden.
Dupont  White  war  ein  unter  dem  zweiten  Kaiserreich  vereinzelt ­
  dastehender  Vorkämpfer  des  Interventionismus  und
Staatssozialismus*).  Er  hat  die  leitenden  Ideen  des  Staatssozialismus ­
  sehr  klar  erfaßt  und  ausgedrückt.  Der  Lektüre  der
Werke  von  Comte  und  Littré  verdankt  er  das  Bestreben,  das
Individuum  in  enge  Verbindung  mit  dem  sozialen  Milieu  zu
bringen,  und  die  Idee,  der  Fortschritt  als  solcher  sei  das  Ziel
der  menschlichen  Gesellschaften.  Unter  dem  Einflüsse  Bûchez’
weist  er  dem  Staate  die  Aufgabe  zu,  für  den  Fortschritt  zu
sorgen 1  2 ).  Er  begründet  diese  Forderung  mit  begeisterten  Dithyramben, ­
  denen  die  Idee  zugrunde  liegt,  der  Staat  habe  einen
weit  hohem  sittlichen  Wert  als  das  Individuum 3 ).  Mit  großer
Schärfe  arbeitet  Dupont-White  den  evolution!stischen  Gedanken ­
  heraus,  daß  der  Wirkungskreis  des  Staates  sich  mit
zunehmender  Kultur  notwendig  erweitere.  Das  mit  dem  Fortschritt ­
  der  Kultur  sich  ausdehnende  wirtschaftliche  Betätigungsgebiet ­
  des  Staates  umfaßt:  Wohltätigkeit  und  Nächstenliebe;
staatliche  Inangriffnahme  gewerblicher  Betriebe  ;  sukzessive
Schutzmaßnahmen  für  die  Arbeit  von  Frauen,  Kindern  und
Sklaven  ;  Beeinflussung  der  Güterverteilung  in  einer  dem  Fühlen
einer  jeden  Epoche  entsprechenden  Weise  mittels  „einer  den
hohem  Klassen  aufzuerlegenden  Steuer,  deren  Ertrag  zur

1 )  Von  Dupont-Whites  Werken  behandeln  volkswirtschaftliche  Fragen:
Capital  et  Travail,  Paris  1847.  —  LTndividu  et  FE  tat,  Paris  1856,  erlebte
mehrere  Auflagen.  —  Eine  mit  Einleitung  versehene  Übersetzung  von  Stuart
Mills  Liberty,  Paris  1860.  —  Ferner  mehrere  Artikel,  die  in  der  Revue  des
Deux  Mondes  erschienen  sind.
2 )  Der  Staat,  den  Dupont-White  meint,  ist  der  Staat  von  1789,  der  moderne ­
  konstitutionelle  Staat.
3 )  Z.  B.  „Der  Staat  ist  das  Prinzip  dessen,  was  in  uns  das  Höchste  ist.  .  .  .
Der  Staat  ist  der  Mensch  ohne  Leidenschaften,  der  Mensch  auf  einer  Höhe,  wo
er  mit  der  Wahrheit  selbst  in  Verkehr  tritt,  wo  er  nur  Gott  und  seinem  Gewissen ­
  begegnet.  .  .  .  Der  Staat  ist  ein  Zwischenwesen  zwischen  den  Individuen
und  der  Vorsehung  .  .  .,  der  Mittler  zwischen  der  absoluten  Vernunft  und  dem
menschlichen  Geist.“  Dupont-White,  LTndividu  et  l’Etat,  p.  163  if.,  p.  165-Ähnliche
  Stellen  passim  durch  das  ganze  Buch.
            
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