Object: Konzentrationstendenzen im badischen Bankgewerbe

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Es war die an Kapitalstärke an zweiter Stelle stehende 
Discontogesellschaft zu Berlin. Sie durfte nicht länger zuwarten, 
nachdem sich die Deutsche Bank und die Dresdner Bank zu 
Beginn des neuen Jahrhunderts bereits eine feste Position in 
Baden geschaffen hatten — erstere durch den Eintritt der Ober 
rheinischen Bank, resp. später der Rheinischen Creditbank in 
ihren Konzern, letztere durch direkte Filialengründungen und 
durch Fusion der Deutschen Genossenschaftsbank in Frank 
furt a./M. womit gleichzeitig eine Zentralisation des gesamten 
badischen Kreditgenossenschaftsbankwesens Hand in Hand ging 
— wollte sie nicht diesen ihren Rivalen das sich immer mehr 
zum Industrie- und Handelsstaat entwickelnde Großherzogtum 
Baden allein überlassen. Sehr erleichtert wurde ihr Streben nach 
Dezentralisation auf die Südwestecke Deutschlands durch die 
seit Jahren bestehenden engen Geschäftsbeziehungen zu Mann 
heims erstem Privatbankhaus, der Firma W. H. Ladenburg & Söhne. 
Mit dieser hatte die Berliner Großbank schon vor Gründung des 
Deutschen Reichs als das sog. ältere badische Konsortium Staats- 
Anleihen placiert. 
Das anfangs nur gelegentliche und vorübergehende Zu 
sammentreten der Konsortien führt bald zu dauernder Geschäfts 
verbindung. Der Anlaß zur Konzentration ist gegeben; dieser 
Konnex erwirkt dann häufig — wie dies die historische Ent 
wicklung der deutschen Banken des öfteren zeigt — eine stärkere 
Annäherung der Kontrahenten und zwar immer gelegentlich eines 
zu Tage getretenen größeren Kreditbedürfnisses des kapital 
schwächeren Teils, wodurch dieser meistens irgendwie in Ab 
hängigkeit von dem kapitalstärkeren gerät, die sich jedoch in den 
einzelnen Fällen in den verschiedenst abgestuften Graden hält. 
Unter Mitwirkung der Berliner Großbank und des Frank 
furter Privatbankhauses E. Ladenburg wurde nun in Mannheim 
die Süddeutsche Discontogesellschaft A.-G. im Jahre 1905 ge 
gründet, die den gesamten Geschäftskreis der früheren Privat 
bankfirma W. H. Ladenburg & Söhne in sich aufnahm. Die 
direktoriale Geschäftsführung indessen verblieb fast ausschließ 
lich in den Händen der beiden in Mannheim und Frankfurt a. M.
	        
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