Full text : Der Weltmarkt 1913 und heute

Das weltwirtschaftliche Preisproblem N
die beteiligten Unternehmer katastrophaler Reinigungsprozeß die
Anpassung an den verringerten Bedarf und die Einstellung des Preises
 auf eine rentable Basis herbeiführen.
Das weltwirtschaftliche Preisproblem der Gegenwart besteht also
darin: die Erzeugung des den Bedarf überragenden Produktionsgehäuses
 dem relativ verringerten Bedarf anzupassen. Aus dieser
Zwangsläufigkeit erklärt sich nun auch, warum trotz erheblicher Produktionserweiterungen
 theoretischer Art keine Preisbaisse gegenüber
 1913 eingetreten ist, während man doch allgemeiniglich erwartet,
 daß eine erweiterte Erzeugungsmöglichkeit bei nicht entsprechend
 erhöhtem Bedarfe einen Druck auf die Preisbildung übt. Die
Ursache liegt hierfür in den seit 1913 erheblich gesteigerten Kosten.
Da die Produktionskosten die unterste Grenze bilden, unter welche
die Preise auf die Dauer nicht sinken können, so ist die stärkere
Ausdehnung des Produktionsgehäuses eben nur bis zu dem Grade
in eine tatsächliche Erzeugung umzusetzen, wie es ohne Herabdrückung
 der Preise unter die Selbstkosten geschehen kann, Die
Folge ist: daß ein Teil dieses vergrößerten Erzeugungsapparates der
Welt heute außer „Betrieb“ ist, daß Arbeitslosigkeit, Einschränkung
der Arbeitszeit in den Fabriken, Stillegungen ganzer Unternehmungen,
 das Aufliegen fast einer ganzen „Handelsflotte“ in Amerika heute
die Industrie und den Handel der Welt kennzeichnen. Die erhöhten
Produktionskosten gegenüber 1913 sind also letzten Endes entscheidend
 für die Unmöglichkeit, die potentielle Leistungsfähigkeit der
Welt voll auszunutzen, während diese Unmöglichkeit der vollen Ausnutzung
 das herbeigeführt hat, was wir unter Weltwirtschaftskrisis
verstehen. Solange die Gefahr besteht, daß jedes „Mehr“ an Erzeugung
 die Preise (nach der Gesetzmäßigkeit des Grenznutzens)
unter diejenige Grenze drückt, bei welcher die Herstellungskosten
noch gedeckt werden, ist eine Steigerung der Erzeugung ebenso
undenkbar wie eine Senkung der Preise, wenigstens als Dauererscheinung.
 Es ist daher über die Frage der Produktionskosten noch
weiteres zu sagen.

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