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ersten eisernen Kesselwagen, die Riedemann und Schütte hatten
erbauen lassen. Ein grosser Ausbau ihres Wagenparkes erfolgte
1890 nach ihrem Eintritt in die Deutsch-Amerikanische Petroleum-
Gesellschaft. Sodann wurden im Binnenlande an grösseren gün
stig gelegenen Handelsplätzen grosse Reservoire erbaut, eiserne,
zylindrisch geformte Behälter, die ein Quantum von 14000 Bar
rels fassen konnten. In diese wurde jetzt das durch die rund
7500 tons fassenden Seetankdampfer herübergeschaffte Oel, nach
dem es durch Flusstankschiffe oder Leichter stromaufwärts trans
portiert war, durch Maschinenkraft hineingepumpt. Solche grössere
Niederlagen bestehen jetzt in allen Hauptumschlagsplätzen, in
Stettin, Küstrin, Posen, Neusalz a. O., Breslau, Stralsund, an der
Elbe ausser in Hamburg in Harburg, Magdeburg, Rosslau, Riesa
und Dresden, in Berlin, in Geestemünde, Nordenham, Duisburg,
Düsseldorf, Bendorf, Mannheim, Frankfurt a. M., Strassburg,
Basel, Hüningen. Der Transport geschieht während des ganzen
Jahres, meist jedoch im Sommer und Herbst, wo die Flüsse eis
frei sind und die Zeit des geringeren Konsums ist, die Arbeits
kräfte also anderweitig nicht so in Anspruch genommen sind.
Gegen Oktober hin sind die Tanks dann alle möglichst gefüllt.
Einen wie enormen Vorteil dieses System gegenüber einer
nicht durch ein leistungsfähiges Netz von Inlandslägern gestützten
Gesellschaft bietet, war besonders 1904 ersichtlich. Wie erinner
lich, zeichnete sich dies Jahr durch eine früh einsetzende und un
gewöhnlich lange dauernde Periode grosser Trockenheit und nie
drigen Wasserstandes aus. Die Binnenschiffahrt wurde in wei
testem Umfange lahmgelegt. Als hiervon mit am schwersten ge
troffen, greife ich Sachsen heraus. Die Läger der Deutsch-Ame-
rikanischen-Petroleum-Gesellschaft (»D.-A. P.-G.«) in Rosslau und
Riesa waren infolge weitsichtiger Transportpolitik zum Bersten
gefüllt, während die derzeit schärfste Konkurrenz, die Pure Oil Co.,
ihr kleines Riesaer Lager vollständig geräumt hatte und sich nun
vor die Notwendigkeit gestellt sah, sich Oel aus den Hafenplätzen
zu verschaffen. Der Leichterverkehr auf der Elbe hatte einge
stellt werden müssen, der Landtransport blieb der einzige Weg.
Tausende von Fässern gingen leer nach Stettin und wurden von
dort aus (25% Tarafracht!) gefüllt wieder versandt, und ihre Zi
sternen holten das Oel aus Stettin, Plamburg, Ludwigshafen und
gingen von dort wieder nach Leipzig, Chemnitz etc. zurück. Wie
grosse Frachtdifferenzen in Frage kommen, möge folgende Zu