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; Kap. XX. Die handelspolitischen Systeme. 
den Lebensstandard der Arbeiter mit Hilfe. einer Erschwerung der Ein- 
wanderung zu schützen, ist jedenfalls eine Art von Protektionismus. 
Wird dabei in der Zollpolitik der Freihandel aufrechterhalten, so wird 
das Ergebnis ein einseitiger Schutz für die Arbeiter der Heimatsindu- 
strien, die keiner Konkurrenz durch Warenzufuhr ausgesetzt sind, auf 
Kosten der Arbeiter, die immer mit einer solchen Konkurrenz zu 
kämpfen haben. 
Arbeiterorganisationen, die jeden Zollschutz zurückweisen, sind 
oft selbst in ihrer eigenen Betätigung stark protektionistisch und 
wachen streng sowohl darüber, daß sie keiner Konkurrenz von Außen- 
stehenden ausgesetzt‘ werden, wie in manchen Fällen auch über den 
Eintritt neuer Arbeiter in die Organisationen. Durch diese Politik wird 
ein Klein-Protektionismus mittelalterlichen Stiles innerhalb des Ge- 
bietes des modernen Staates geschaffen, was offenbar nicht nur im 
grellen Widerspruch zur Freihandelstheorie steht, sondern auch gegen- 
über der schon von dem Merkantilismus nachgestrebten freien wirt- 
schaftlichen Beweglichkeit innerhalb des eigenen Landes einen ent- 
scheidenden Schritt rückwärts bezeichnet. 
Im modernen politischen Leben sieht man oft, daß Leute, die sich 
als Freihändler bekennen und jeden Zollschutz unbedingt verwerfen, 
es beinahe selbstverständlich finden, daß der Staat allerlei wirtschaft- 
lichen und sozialen Interessen mit Unterstützungen in der einen oder 
anderen Form zur Hilfe kommen soll. In Schweden ist die Form der 
Gewährung von staatlichen Dariehen und zu diesem Zweck errichteter 
Staatsfonds besonders beliebt. Für diese Darlehen wird ein niedrigerer 
Zinsfuß berechnet als der einzelne Entlehner auf dem freien Markt hätte 
bezahlen müssen, wenn er nun überhaupt Geld bekommen hätte. Ganz 
überwiegend liegt auch der Zinsfuß unter demjenigen, den der Staat 
selbst für seine Anleihen zu bezahlen hat. Der größte Teil der staat- 
lichen Darlehensfonds ist für die Förderung der Produktion bestimmt, 
wobei besonders die Landwirtschaft, aber auch das Handwerk, gewisse 
Industrien und das Verkehrswesen in Betracht kommen. Es handelt 
sich hier also um eine direkte staatliche Unterstützung der Produktion, 
größtenteils auf Kosten der Steuerzahler, also um eine Politik, die dem 
gewöhnlichen Protektionismus sehr nahe steht. Einige der Fonds sind 
wieder für Konsumenten bestimmt. Dies gilt vor allem für die großen Fonds 
für Beschaffung von Wohnungen. Offenbar greift der Staat auf solchen 
wegen ins Wirtschaftsleben ein und gibt dem Kapital eine andere Ver- 
Wendung als es ohne dieses Eingreifen bekommen hätte. Die Politiker 
glauben natürlich, daß sie durch Schaffung solcher Darlehnsfonds ein 
neues Kapital zur Verfügung stellen, und sehen nicht, daß der Staat 
damit nichts anderes tun kann, als mit Hilfe seines überlegenen Kredits 
das Kapital des Landes von mehr lohnenden Verwendungen zu weniger 
lohnenden zu überführen. Dies ist aber genau der prinzipielle Fehler, 
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