Object: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Mikroskopische Untersuchung. Sesamsamen. 
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vorgenommen wird. Die auf letztere Weise erhaltenen öle sind selbstverständlich 
minderwertig. Das durch kaltes Pressen gewonnene öl ist das feinste und ähnelt 
wegen seiner neutralen Beschaffenheit selbst dem Olivenöl im Geschmack. 
Die Sesamkuchen werden mitunter mit Mohnkuchen verfälscht, indem man 
die beiden Samen gemischt preßt, um so einerseits dem als Speiseöl geschätzten 
Mohnöl das minderwertige Sesamöl, andererseits den gesuchteren Sesamkuchen die 
weniger beliebten Mohnkuchen beizumischen. Auch Raps- und Rizinuskuchen, Hirse-, 
Fig. 113. Sesamsamen. Nach C. 
Flächenansichten. (Vergr. 200.) 
1 a Tangentialansicht der Epidenniszellen des weißen, 1b des 
schwarzen Sesam, bei c Proteinkörner und Drusen, Calcium 
oxalat führend, ic dieselben Zellen nach Behandlung mit ver 
dünnter Lauge, bei c' mit dem Basisende nach oben gewendet, 
2 subepidermale Parenchymschicht, « Calciumoxalat-Drusen, •* 
desgl. Nadeln, Y Fetttröpfchen. 
Böhmer. 
Samenschale, Querschnitt. (Vergr. 200.) 
1 mit braunem bezw. schwarzem Farb 
stoff gefüllte Epidermiszellen, 2 und 3 
darunter liegendes farbloses Paren 
chym, 4 mit Proteinkörnern und Fett 
angefülltes, dickwandiges Parenchym 
des Endosperms, bei d gequollen, 5 zart- 
wandiges Parenchym der Keimlappen, 
bei e kubische, bei f prismatische 
Zellen. 
Eeisspelzen, Getreideausputz, Erdnußschalen sind vereinzelt in den Sesarakuchen ge 
funden worden. 
Sehr häufig indes finden sich in den Sesamkuchen zahlreiche Schimmelsporen 
(besonders eine eigenartige Monilia-Art), Bazillen und Stäbchenbakterien. Das Fett 
der Sesamkuchen enthält durchweg viel freie Fettsäuren. 
Für die mikroskopische Untersuchung bezw. Feststellung der Sesam 
rückstände ist nur das dünne, parenchymatische Samenhäutchen mit den Oberhaut- 
und subepidermalen Zellen von Wert.
	        
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