Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Futtermittel.

Keimlappen  und  Endosperm  des  Sesams  bestehen  aus  einem  wenig  ausgeprägten ­
  Parenchym  farbloser,  teils  zusammengepreßter,  teils  kubischer,  teils
prismatischer  Zellen.  Um  das  Samenhäutchen  tunlichst  und  unverletzt  zu  erhalten,
muß  man  die  Sesamrückstände  mit  ganz  verdünnter  Essigsäure  —  nicht  Mineralsäure ­
  —  und  ganz  verdünnter  Alkalilauge  behandeln  oder  die  Schalenteile  in  Chloralhydrat
  legen.  Die  Epidermis  kennzeichnet  sich  in  der  Tangentialansicht  durch  die
kugelförmigen,  aus  Körnchen  oder  konzentrisch  strahlig  geordneten  Säulen  von
oxalsaurem  Calcium  bestehenden  Einlagerungen  der  5-  bis  6-seitigen  Zellen,  deren
zart  poröse  Membrane  bei  dem  schwarzen  Sesam  von  einem  schwarzbraunen  Inhalt
umkleidet  sind.  Die  Einlagerungen  treten  erst  nach  der  Behandlung  mit  sehr  verdünnter ­
  Essigsäure  und  Natronlauge  deutlich  hervor;  sie  müssen  auf  Zusatz  von
verdünnter  Salzsäure,  aber  nicht  von  konzentrierter  Essigsäure  verschwinden.
Zur  weiteren  Feststellung  der  Sesamrüekstände  kann  die  Baudouinsche
Reaktion  des  ausgezogenen  Fettes  mit  Furfurol  und  Salzsäure  dienen  (vergl.  unter
Margarine).
Palmkerne,  Elaeis  gnineensis  Jacq.
Die  Palrakernkuchen  werden  aus  den  Kernen  der  Steinfrucht  der  afrikanischen
Ölpalme,  Elaeis  guineensis  Jacq.  und  der  schwarzsamigen  Ölpalme,  El.  melanococca
Gaertn.  gewonnen.  Das  Fruchtfleisch  der  Palmfruoht  liefert  ebenfalls  ungefähr
10  %  eines  stark  gelbrot  gefärbten  Öles  (Palmöl),  welches  meist  schon  bei  gewöhnlicher ­
  Temperatur  zu  einem  schmelzbutterähnlichen  Fette  erstarrt  (Palmbutter); ­
  letzteres  wird  aber  in  den  Erzeugungsländern  der  Ölpalme  selbst  gewonnen
und  verwendet;  auch  gelangen  die  entfetteten  Rückstände  nicht  nach  Europa.
Die  den  Samenkern  umhüllende  Steinschale  B  (Fig.  114,  S.  351)  macht  ungefähr
%  vom  Gesamtgewicht  der  Frucht  aus;  sie  ist  sehr  rohfaserreich  (etwa  70  %)  und
proteinarm  (3  °/ 0 );  eine  Vermischung  der  Preßrückstände  des  Kernes  mit  der  Steinschale ­
  wird  sich  daher  schon  durch  eine  Bestimmung  der  Eohfaser  zu  erkennen
geben,  welche  bei  reinem  Palmkernkuchen  bezw.  -mehl  nur  18—23  %  beträgt.
Die  Palmkerne  werden  teils  durch  Pressen,  teils  durch  chemische  Extraktionsmittel ­
  entfettet;  erstere  Rückstände  enthalten  7—11%  Fett,  letztere  nur  2—4%;
das  Fett  der  letzteren  Rückstände  soll  leichter  ranzig  werden,  als  das  der  Preßrückstände. ­

Als  Verfälschungsmittel  sind  in  den  Palmkernrückständen  die  Abfälle  der
Steinnußverarbeitung  (die  Steinschalc  der  Frucht  von  Phytelephas  macrocarpa,  auch
vegetabilisches  Elfenbein  genannt)  beobachtet;  die  Steinschale  enthält  neben  wenig
Fett  (1—2%)  und  wenig  Protein  (4—5%)  viel  Eohfaser  (70—75%);  manche
Untersuchungen  ergaben  an  letzterer  allerdings  weniger.
Ferner  sind  im  Palmkernmehl  auch  Kapokmehl,  der  Rückstand  der  Samen  des
Wollbaumes  (Bombax  pentandrum  L.),  Abfälle  von  Hülsenfruchtmehl  und  Erdnußmehl
gefunden.  Die  Samen  zweier  polynesischen  Palmen,  die  Tahiti-  und  australische
Wassernuß  genannt,  sind  den  Palmkernen  auch  in  der  mikroskopischen  Struktur
gleich.  Unkrautsamen  können  in  die  Palmkernrückstände  nur  durch  absichtlichen
Zusatz  gelangen.  Dagegen  findet  man  als  wichtig  für  die  mikroskopische
Untersuchung  in  den  Rückständen  noch  immer  Trümmer  der  Steinschale,  von
der  sich  die  Samenkerne  nie  vollständig  befreien  lassen.
Die  äußerst  widerstandsfähigen,  porös  verdickten,  dunkelbraunen  Steinzellen  B'
der  den  Kern  umhüllenden  Steinschale  bewirken  im  Verein  mit  den  mit  dunkelbraunem ­
  Inhalt  gefüllten  Zellen  (2)  des  Samens  die  Färbung  der  dunklen  Teilchen,
die  man  mit  bloßem  Auge  in  allen  Palmkernmehlen  antrifft.  Ihr  Vorkommen  in
            
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