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Futtermittel.
Entölung geschält werden, so gelangen doch selbst bei dem sorgfältig gereinigten
Baumwollesaatmehl stets einzelne Schalentrlimmer mit in das Mehl und diese sind
für den mikroskopischen Nachweis besonders wertvoll.
1. Die Samenschale. Die Samenschale besteht aus 6 Zellschichten (vergl.
Fig. 110, S. 345). Die gelblichen, gegen Mazerationsflüssigkeiten äußerst widerstandsfähigen
keulenförmigen Haarzellen (110 1 und Fig. 111 d) sind deutlich geschichtet,
mit dunkelbraunem Inhalt gefüllt und erscheinen, durch Mazerationsmittel aufgehellt,
in der Tangentialansicht polygonal, zuweilen im Kreise um einen gemeinsamen Mittelpunkt,
die Atemhöhle, gruppiert. Mit ihnen innig verwachsen findet man die parenchymatische,
mehrreihige schwarzbraune Farbstoffschicht mit Gefäßbündeln (2) und
darunter die farblosen bezw. gelblichen verholzten Kubenzellen (3). Die säulenförmigen
Palissaden (Prismenzellen) liegen nach der Mazeration bündelweise nebeneinander
und zeichnen sich durch starken Glanz, starke Verdickung des dünneren
Endes und die gelben Punkte in 2 / g ihrer Höhe, wo ein spaltenförmiges Lumen
sichtbar wird, aus. In der Flächenansicht am Scheitelende zeigen die Prismen ein
radial gestreiftes, sternförmig verzweigtes Lumen, am gegenüber befindlichen Basisende
feine konzentrische Streifungen. Die weiteren Zellschichten 5 und 6 bieten
wenig Eigenartiges.
2. Häutchen (Fig. 112, S. 347). Das zwischen der Testa und dem Keimling
liegende graue Häutchen besteht aus zwei Zellschichten (7 und 8), von denen sich die
obere, äußere (eine Art Perisperm) aus kennzeichnenden, sehr kleinen Fransenzellen (7),
die untere aus in der Flächenansicht 5- bis 6-seitigen geradwandigen, mit Plasma
gefüllten Endospermzellen zusammensetzt.
3. Keimling (Fig. 112, S. 347). Auch im Gewebe der Kotyledonen befinden sich
eigenartige Bestandteile. Zwischen den polygonalen, an der Innenfläche der Keimlappen
gestreckten Parenchymzellen liegen dunkle, schon mit der Lupe erkennbare
Harzdrüsen, die sich in konzentrierter Schwefelsäure mit blutroter Farbe auflösen.
Sesamsamen, Sesamum indicum L.
Die in Deutschland gangbaren Sesamkuchen werden durchweg aus dem weißen
(indischen) Sesamsamen, Sesamum indicum L., gewonnen, die braunvioletten bis
schwärzlichen Sesarasamen, Sesamum orientale L., finden nur vereinzelte Verwendung;
die Preßkuchen der letzteren gelten als nicht so nahrhaft und sind nicht so gesucht,
als die der ersteren Samen. Indes findet man in der hellen Saat stets kleinere
Beimengungen der dunklen Saat. Die gemischte Saat enthält bis 50 °/ 0 dunkle
Körner. Diese Saaten (helle wie dunkle) enthalten z. T. aber noch vielerlei Unkrautsamen
und auch Erde (Sand). A. Hebebrand 1 ) konnte in dem Ausputz
von gemischter Saat (mit 12 °/ 0 dunklen Sesamsamen) 75 Arten, H. Kraut 1 ) in
solchem von Levantiner Saat 79 Arten Unkrautsamen nachweisen. Hebebrand
fand in 100 g Ausputz aus Levantiner Saat u. a.: 5,8 g Panicum miliaceum,
1,2 g Papaver somniferum, 1,2 g Sinapis glauca und arvensis, 5,0 g Hafer, Koggen,
Weizen, Gerste, 3,5 g verschiedene Samen, M. Klassert ferner 27,70—74,63 °/ 0
Asche mit 10,00—57,10 °/ 0 Sand. Wegen dieser Beimengungen wird die Sesamsaat
vor dem Pressen erst sorgfältig gereinigt, 2 ) darauf geschroten und in hydraulischen
Pressen einem Druck von etwa 300 Atm. ausgesetzt. Die ausgepreßte Masse unterliegt
noch zwei Nachpressungen, von denen die letzte unter Erwärmung auf 25—40°
’) Landw. Versuchs-Stationen 1899, 51, 45.
2 ) In Sesamkuchen aus schlecht gereinigter Saat sind bis 15 °/ 0 Sand gefunden worden.