Full text: Der Safranhandel im Mittelalter

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Nigra 1228, die teils in Safran geschieht, wobei das Pfd. zu 
36 solidi angerechnet wird ‘). Wie um 1150, so haben wir 
auch hier wieder eine Erscheinung naturalwirtschaftlichen 
Charakters, die im Gegensatz steht zu den fortgeschrittenen 
geldwirtschaftlichen Verhältnissen im sonstigen Italien, und 
die sich wohl nur durch den Reichtum an einem hochbewer 
teten Produkt erklären läßt. Nicht nur an St. Gimignano ist 
diese Verwendung des Safrans geknüpft. Auch der Bischof 
von Volterra sucht Richter und Advokaten der römischen 
Kurie um die Mitte des 13. Jahrhunderts mit einem Krokus 
geschenk zu gewinnen 2 ), und 1327 schenken verschiedene 
Gemeinden Tusziens und des Vallis Spoleti dem Herzog 
Karl von Kalabrien eine Quantität Safran s ), Als wirtschaft 
liche Zentren, die die Landesproduktion aufnehmen, er 
scheinen Pisa, Genua und Florenz. Besonders mit Pisa steht 
S. Gimignano in enger Handelsverbindung. 1238 mieten die 
S. Gimignanesen ein hospitium für ihre Kaufleute in Pisa. 
Unter den einzuführenden Waren ist Safran besonders her 
vorgehoben 4 ). Noch im selben Jahre kommt es wegen ver 
änderter Bestimmungen über die Krokuseinfuhr in Pisa zu 
dem Beschluß des Rates von S. Gimignano, niemand dürfe 
mit Safran nach Pisa gehen 5 ). Doch die Differenzen gleichen 
sich aus, und als Pisa 1258 eine Verordnung gegen die Ver 
fälschung des Safrans erläßt, wird diese mitgeteilt nach 
„Colle, S. Gemignano, Volterra et aliis communibus de Tus- 
cia unde zaffaranum Pisas reducitur", damit sie ihre Leute 
verwarnen 6 ), Die Safranfälschung soll mit dem Verbrennen 
der Ware bestraft werden. Auch in andern Verordnungen 
der Pisaner Statuten finden wir wieder Rücksicht auf den 
Safranhandel genommen 7 ). Er muß auf öffentlicher Wage 
gewogen werden; eine Abgabe auf den Safranverkauf im 
Kaufhaus wird fixiert; die Sensale müssen schwören, keinen 
Verkauf von falschem Safran zu vermitteln und sind zur 
1) Davidsohn 18. 2) F. Schneider: Regestum Vola- 
terranum. Roma 1907. Nr. 675. 3) Davidsohn: 883. 
4) Davidsohn 2314. 5) Davidsohn 2325. 6) Davidsohn 2318. 
7) Bonaini: Statuti inediti della cittä di Pisa dal XII. al XIV. 
secolo. 3 vol. Firenze 1854—69. I. 378, III. 39, 66, 105, 111, 273.
	        
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