Full text: Vergangenheit und Zukunft der Sozialwissenschaften

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statten, immer schneller wird die Strafe jeder Ein 
seitigkeit und Engherzigkeit folgen: Immer unab 
hängiger von individueller Willkür, immer automati 
scher wird die Entwicklung der Wissenschaft vor 
sich gehen — wie die Entwicklung auf allen anderen 
Gebieten sozialen Seins auch. Immer weniger heftig 
werden Vorwärtsbewegungen und Rückschläge wer 
den, immer größer das Gebiet methodologischer und 
sachlicher Communis opinio, immer weniger dicht die 
Staubwolken ,weniger laut die Schlagworte und Fan 
faren. Immer mehr wird die Logik der Dinge durch 
die scharfe Kante bitterer Erfahrungen sich ein 
schneiden in das Bewußtsein der Einzelnen und 
immer „folgerichtiger“ wird auch das individuelle 
Verhalten werden — immer mehr den Charakter der 
Ausarbeitung des Vorhandenen annehmen. 
Die Macht also, die schon bisher eine konsequente 
Entwicklung garantierte, muß immer stärker werden. 
Unter ihrem Druck wird die Wissenschaft in stetem 
Wechsel von Zielsetzung und Zielerreichung ins Un 
endliche strömen, d. h. dahin strömen ohne jede an- 
gebbare Grenze, ohne jedes „letztes Ziel“, weil ein 
gelöstes Problem immer nur an die Tore neuer führt. 
So werden rastlos immer weitere Erkenntnisse und 
Tatsachen herausgefischt aus dem glitzernden Meer 
des Seins. Je zahlreicher sie werden, um so „spezi 
eller“ werden sie und um so mannigfaltiger und kom 
plizierter die in concreto nötigen Methoden. 
Liegt mm das, was wir heute tatsächlich tun, 
auch wirklich auf diesem Wege?
	        
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