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Haushaltswaren und sonstige Abteilungen an, bei. denen man 
nach und nach das gleiche System mit gleichem Erfolg an- 
wandte. Es entstanden die für Deutschland typischen Filial- 
betriebe, die durch immer größere Konzentration des Ein- 
kaufs eine immer intensivere Verbilligung der Preise zu erzielen 
suchten, Diese Preisverbilligung kam wiederum dem Konsumenten 
zugute; man huldigte dem Grundsatz: „Großer Umsatz, kleiner 
Nutzen", verstärkte so die Rentabilität und war einen ge- 
wichtigen Schritt weiter auf dem Wege der Rationalisierung, 
Aber man beschränkte sich nicht nur darauf, den Zwischen- 
handel, soweit er überflüssig geworden war, auszuschalten und 
direkt beim Fabrikanten zu kaufen, sondern man fing schon 
bald an, den Fabrikanten in Fabrikationsstätten aufzusuchen, 
Nach und nach ging man weiter; man nahm in den Artikeln, 
die in größeren und größten Mengen benötigt wurden, Sub- 
missionen vor, bei denen die Muster der verschiedenen 
Fabrikanten durch erprobte Fachleute untereinander verglichen 
wurden und man die Aufträge denjenigen Lieferanten übertrug, 
die auf Grund sorgfältigster Prüfung sich als die billigsten und 
besten erwiesen. Ganz zum Schluß, das heißt eigentlich erst in 
den letzten Jahren vor dem Kriege und dann auch in den 
ersten Jahren der Nachkriegszeit, ging man dazu über, für die 
Waren, für die man einen Bedarf hatte, der weit über die 
Produktionskraft einer einzelnen Fabrik hinausging, zwecks 
Versorgung eines Teiles des Bedarfs Fabriken zu er- 
werben, Die Meinungen über den Vorteil dieser letzten Art 
der Vertriebsverbilligung durch vertikale Konzentration sind 
allerdings auch heute noch stark geteilt, 
Eine ähnliche Entwicklung wie die mir nahestehenden 
Warenhäuser zeigte auch eine ganze Menge anderer Spezial- 
geschäfte, Und dort, wo die Konsumkraft des einzelnen nicht 
sroß genug war oder wo es sich nicht um Filialbetriebe handelte, 
deren verschiedene Stätten in einer Hand vereinigt waren, 
schloß man sich zu Einkaufsvereinigungen von 
Firmen gleicher Art zusammen, um durch Kumulierung des Be- 
darfs und Konzentration des Einkaufs die größtmöglichen Vor- 
teile zu erringen, 
Je größer die Betriebe wurden, je „kapitalistischer‘ sie sich 
entwickelten, um so mehr mußten sie lernen, mit dem wichtigsten 
Hilfsmittel, dem „Kapital‘, hauszuhalten, je stärker der Druck 
der Zinsen geworden ist. Der größere Betrieb konnte nicht wie 
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