Full text: Statistical manual

140 
Wirtschaft, wird in gleiche Teile zwischen die auswandernden Kinder 
geteilt. Es ist also leicht zu begreifen, daß auf einem ganz be 
setzten und urbar gemachten Gebiet diese soziale Organisation es 
ist, die allen Individuen das größtmögliche Wohlergehen sichert und 
den Völkern die stärkste Beteiligung an der Ausdehnung über die 
unbesetzten und unkultivierten Gebiete der beiden Hemisphären. Der 
Anerbe ist gehalten, alle Früchte seiner Arbeit der Ausstattung seiner 
Brüder und Schwestern, dann der seiner eigenen Kinder zu opfern. 
Um dieses Ziel zu erreichen, bedient sich der Erbe eines alten 
Bauernhofes wertvoller Hilfsmittel, die in den bevölkerten Gebieten 
der „armen Eigentümer“ zerstört sind. Er hat lange Zeit die Mit 
arbeit und die Katschläge eines erfahrenen Vaters. Er genießt 
Achtung, Einfluß und den Kredit, den die Leitung einer Stamm 
familie gibt, die durch Arbeit und Tugend gestützt wird und seit 
Jahrhunderten auf der Scholle sitzt. Er kann also die Kinder unter 
den günstigsten Umständen ausstatten, sodaß sie die nötigen Eigen 
schaften haben, um in der Hauptstadt vorwärtszukommen; und so 
sieht man Bauernsöhne sich zu höheren Gesellschaftsstufen erheben, 
sobald sie besonders begabt sind. Was die Kinder anbetrifft, die 
ins Ausland gehen, so geht es ihnen allen gut unter dem wohltätigen 
Einfluß der „reichen Auswanderung“. Die bewundernswerten Bauern 
stämme, die vorstehend beschrieben sind, sichern so das Glück 
ihrer Kinder, obwohl das Gebiet ganz besetzt ist; sie besorgen 
selbst im Zustand absoluter Freiheit ihre gemeinsamen Interessen; 
endlich haben sie nicht die Unterstützung der Regierung nötig, um 
ihrem Volk ein Kolonialreich zu schaffen, und arbeiten an der sitt 
lichen Verbesserung der wilden Völker. 
Die europäischen Völker mit unfruchtbaren Familien sind auf 
unserem Kontinent seit der Zeit des römischen Niederganges fast 
ganz unbekannt gewesen. Sie erstehen jetzt wieder in Frankreich 
im Gegensatz zu den Traditionen der zwölf letzten Jahrhunderte. 
Dieses Unglück führt auf unserem Boden eine Zeit der sozialen Des 
organisation herbei, die noch verdeckt ist durch den Anschein von 
Gedeihen, die aber dem aufmerksamen Beobachter augenscheinlich 
ist. Wie zur Zeit des oströmischen Kaiserreichs ist das Übel schon 
groß und es wird täglich verstärkt durch drei Ursachen: die ge 
steigerte Anhäufung der Reichtümer; den Verlust der Moral, durch 
Müßiggang, Egoismus und die Laster der Sinnlichkeit; durch die 
Vernichtung der väterlichen Autorität. Heute wie vor 15 Jahr 
hunderten würden viele Väter bereit sein, gegen dieses Übel an
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.