Object : Oeuvres complètes

128

Die  Organisation.

4.  Die  Schulung.  Ein  in  steigendem  Ausmaß  für  den  Wirtschaftsbetrieb
wichtig  gewordenes  Verfahren  positiver  Auswahl  ist  die  Schulung,  die  sich  sowohl
auf  die  Ausbildung  praktischer  Fähigkeiten  als  auf  die  geistig-seelische  Erziehung
richtet.  Die  Ziele  der  Schulung  können  einseitig  auf  die  Erfordernisse  des  Betriebes
zugeschnitten  sein  und  dabei  wiederum  eine  fachlich  begrenzte  Ausbildung  oder
eine  mehr  allgemeine  innerhalb  der  einzelnen  Berufsgruppen  bevorzugen.  Dies
hängt  stark  von  der  jeweiligen  Betriebsart  ab:  so  wird  zum  Beispiel  beim  Umgang
mit  schweren  und  teuren  Werkzeugmaschinen  und  großen  Arbeitsstücken,  vor
allem  bei  verschiedenartigen  Erzeugnissen  und  Einzelfertigung  die  allgemeine
Ausbildung  bevorzugt  werden 1 ,  während  in  Spezialfabriken  mehr  die  auf  das  jeweilige ­
  Erzeugnis  abgestellte  Sonderausbildung  am  Platze  zu  sein  scheint 2 .  Allerdings ­
  sind  eindeutige  Aussagen  darüber  ohne  eingehende  Untersuchungen  wohl
schwer  zu  machen,  da  eine  große  Zahl  von  anderen  Umständen  bei  diesen  Überlegungen ­
  mitspricht.  Wenn  beispielsweise  die  Kienzle  Uhrenfabriken  A.-G.  in
Schwenningen  betonen,  daß  sie  auch  die  „Kenntnisse  der  artverwandten  Berufe
vermitteln“  wollen,  um  so  „die  früher  herrschende  Einseitigkeit  der  Fabriklehrlinge“ ­
  zu  vermindern 3 ,  so  ist  offenbar  —  wie  die  sonstigen  Angaben  der  Firma  beweisen ­
  —  die  Scheu  vor  der  Einseitigkeit  des  Uhrmacherhandwerks,  welche  ein
Unterkommen  der  Leute  in  anderen  Fabriken  erschwert  und  sich  im  mangelnden
Angebot  geäußert  hat,  der  tiefere  Grund 4 .
In  allen  technischen  Betrieben  werden  je  nach  Größe  und  Leistungsfähigkeit
der  Unternehmung  eigene  Lehrwerkstätten  und  Werkschulen  eingerichtet,  ebenso
sind  im  kaufmännischen  Betrieb,  besonders  in  den  Großbetrieben  des  Einzelhandels, ­
  Verkäuferinnenschulen  und  besonders  vorgebildete  und  vom  Betrieb  vorgeschulte ­
  Lehrpersonen  vorgesehen.
Der  Unterricht  erstreckt  sich  meist  über  die  ganze  Lehrzeit  (3—4  Jahre)  und  beträgt  je
einen  vollen  Arbeitstag  (8—9  Stunden)  wöchentlich;  das  Hauptgewicht  liegt  auf  der  Berufskunde
  —  z.  B.  im  Einzelhandel  auf  Warenkunde,  Verkaufsrechnung  und  Verkaufskunde  —
sowie  auf  Gemeinschaftskunde,  als  die  fast  immer  vorwiegend  die  Erziehung  zu  einer  engen
Verbundenheit  zwischen  dem  Unternehmen  und  Betriebsangehörigen  angesehen  wird.  Besonders ­
  das  Dinta  beachtete  gerade  dieses  Erziehungsziel  sehr  und  führte  es  auf  militärähnliche
  Weise  durch 5 .  Durch  wirkungsvolle  Aufmachung  soll  „Ächtung  vor  dem  Betriebe,
Bewußtsein  der  Geltung  des  Werkes  und  damit  auch  der  persönlichen  Arbeit“  geschaffen
werden 6 .  Das  ist  auch  der  Sinn  des  Kernspruchs,  der  in  großen  Lettern  das  riesige  Ver-Büroindustrie“,

  1933.  —Erhebung  über  das  Arbeiten  an  Schreibmaschinen.  Z.  f.  O.  —  Welches
Bürogerät  ist  für  meinen  Betrieb  rentabel  ?  O.  B.  B.  vom  1.  September  1928.  —  Umdrucken
oder  Durchschreiben  ?  T.  u.  W.,  März  1930.  —  Prüfung  mechanischer  Buchführungsverfahren,
Industrielle  Psyohoteohnik,  Januar  1930.  —  Arbeitsgenauigkeit  der  Schreibmaschinen,  Masch.
Bau,  Bd.  11,  Nr.  19.  —Moede:  Gestaltung  des  Arbeitsplatzes,  Z.  f.  0.,  6.  Januar  1927
und  30.  September  1933  sowieInd.  Psychotechnik  1926,  H.  11.  —Eaber:  Leistungssteigerung
beim  Maschinenschreiben  durch  Platzgestaltung.  Diss.  Dresden  1930.  —Cou  v  e:  Grundsätze
für  die  Gestaltung  und  Einrichtung  des  Büroarbeitsplatzes.  Diwiv-Blätter,  H.  3,  Berlin  1930.
—  Wirtschaftlichkeit  von  Buchungsmaschinen.  Z.f.  O.,  6.  Januar  1931.  —Beurteilung  von
Schreibmaschinen.  Z.  f.  O.,  30.  November  1932.  —  Moede:  Werbsachen-Prüfung,  Z.f.  0.,
28.  November  1928.  —  Auslese  des  besten  Entwurfs,  Ind.  Psyohoteohnik,  H.  6/1931.  —  Bewegungsstudien ­
  beim  Arbeiten  mit  Stempeln,  Ind.  Psyohoteohnik,  H.  5/1929.  —  Welches
Telephonregister  ist  das  beste?  Z.f.0.,  10.  Juni  1929.  —Richtlinien  für  Papierprüfung,  vom
Reichsausschuß  für  Lieferbedingungen,  der  noch  eine  große  Anzahl  derartiger  Lieferungs-  und
Gütenormen  herausgebracht  hat  (s.  Handb.  d.  Rationalisierung,  a.  a.  O.).  —  Wegener:
Wirtschaftlichkeit  von  Buchungsmaschinen.  Berlin  1930.  —  Prelinger:  Grundriß  der  maschinellen ­
  Buchhaltung,  mit  einem  Abschnitt:  Richtlinien  für  die  Auswahl  von  Buchungsmaschinen. ­
  2.  Aufl.  Stuttgart  1930.
1  RKW-Veröff.  Nr.  87,  S.  84/85,  Brown,  Boveri  &  Co.  AG.,  Mannheim.
2  RKW-Veröff.  Nr.  87,  S.  143,  Bruokmann  &  Söhne,  Heilbronn,  Silberwarenfabrik.
3  RKW-Veröff.  Nr.  87,  S.  149.  *  RKW-Veröff.  Nr.  87,  S.  148.
5  Vgl.  hierzu  die  Richtlinien  des  Dinta  und  RKW-Veröff.  Nr.  87.
6  Giese:  Methoden  ....  S.  324.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.