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DEUTSCHLAND. — lteu.ss-Greiz.
ImJ. 1S63 in den 10 Städten 46,SSGEw. I (Unter den Geburten 876 unehel., ,
- - 464Dörfern92,176 - Haushaltungen 29,900.—Städte: Al-
I tenburg (1863) 17,459, Ronneburg
I (1862j 6407, Eisenberg 4775.
Confessionen : etwa 137,000 Protestanten, 100 Kathol.
Nationalität. Die Einw. sind im Altenb. Kreise meist Nachkom
men von Wenden (Slaven) ; wendische Tracht und Sitten haben sich
erhalten, die wendische Sprache dagegen war schon im 16. Jahrhunderte
verdrängt.
Altenburg bildete bis zur Theilung von 1826 einen Bestandtheil
von Gotha. Damals ward es, mit Ausschluss der Grafschaft Camburg,
dem Herzoge von Hildburghausen überlassen, der sein kleines Stamm
land an Meiningen abtrat. — Grundgesetz v. 29. Apr. 1831, wiederholt
geändert, zuletzt im Mai 1857.
Finanzen. Der dreijährige Etat für 1862—64 schliesst so ab: Ein
nahme 829,526. Ausgabe 802,255.
Davon: Militär 83,867, Civilliste 158,000 Thlr. — Im vorigen Etat waren:
Einnahme 803,810 (darunter: Domänen und Regalien 370,183, directe Steuern
198,200, indirecte 229,050), Ausgabe 801,910. Der gestiegene Ertrag der For
sten etc. ermöglichte seit 1862 eine Steuererleichterung. Der Rechenschafts
bericht für die Finanzperiode 1856—58 ergab übrigens weit höhere Summen
als obiger Voranschlag, nemlich (auf 3 Jahre) im Ganzen : 3’511,721 Thlr. Finn,
u. 3’099,289 Ausgabe. — Schuld (1862) 1’047,352 Thlr., nemlich: Domänen
schuld 109,763, verzinsl. Staatsschuld 505,189, Papiergeld (Cassencreditscheine)
432,400. Die Activcapitalien sind ansehnlich. Ihnen ist auch das 1861 auf
1*178,122 Thlr. gestiegene Vermögen der Landesbank beizurechnen. Es wird
ein Ueberschuss der Activcapitalien über den Schuldbetrag von 226,022 Thlr.
berechnet.
Militär. Conscription, Stellvertretung, Dienstzeit 7 J., wovon V
in der Reserve. Hauptcontingent 1173, Ersatz 327, zus. 1809, in 1
Reg. von 2 Rata ill. à 4 Comp, (früher blos 1 Bataillon). i 1862 Militär
convention mit Preussen, wonach die Oberofficiere von Preussen ernannt
werden.
Sociales. Die Altenburger Bauern gelten für sehr wohlhabend ; ihr
trefflicher Boden ist gut angebaut. In der Regel erbt der jüngste Sohn
das Gut ; sind nur Töchter vorhanden, so erhält die älteste das Besitz
thum. Bei den Heirathen herrscht die hässlichste Geldaristokratie; ein
»vierspänniger Bauer « gibt seine Tochter nicht leicht einem »zweispänni-
gen«, noch weniger dieser die seinige einem Kuhbauern oder Häusler.
Selten wird ein Gut getheilt. Die übervortheilten Kinder kommen oft in
die schlimmste Lage. Dabei ist die Sittlichkeit durch diese Verhältnisse
tief untergraben.
31. Rciiss-Oreiz (1* ürstentlmmj = llcuss ältere Jänie.
Auf 6% Q.-M. lebten 1861 42,130 (1858 39,397) Einw .
1815: 22,255 Einw. I 1849: 36,274 Einw. • Greiz, 10,036 Einw.
1834: 30,041 - | 1855: 34,896 - Alte Landständ. Verfassung.
Finanzen. 1861 Einnahme (wol mit Rechnungsüberträgen, angebl.)
201,243) worunter nicht volle 30,000 Thlr. directe Steuern), Ausgabe