Object: Das Flammenzeichen vom Palais Egmont

114 Der Freiheitskampf der Neger. 
ist eine Kolonie wie alle andern Kolonien, die dem Joche des internationalen 
Imperialismus unterworfen sind. 
Zivilisation. Ich sagte Ihnen eben, daß die Franzosen, als sie zu uns 
gekommen sind, uns sagten, sie brächten uns die Zivilisation. Aber statt 
uns die französische Sprache zu lehren und uns Aufklärung über das zu 
geben, was sie Zivilisation nennen, sagten sie, man darf den Negern keine 
Bildung geben, weil sie sonst zivilisiert sein würden und man sich ihrer nicht 
so bedienen könnte, wie man will. 
So versteht der französische Imperialismus Zivilisierung der Neger. 
Ich zitiere Ihnen ein Beispiel, das einem Rapport eines ehemaligen Ver- 
walters von Kolonien entnommen ist. Dieser Rapport wurde durch Herrn 
M. J. Renaitour in mehreren Zeitungen Frankreichs veröffentlicht. Hier der 
Text von dem, was dieser Kolonialverwalter geschrieben hat: 
„Ich klage Herrn Hutin, ehemals Oberst, heute General, Kommandant 
der Ehrenlegion, an, die Plünderung der Faktorei von Molanda angeordnet 
und an dieser Plünderung teilgenommen zu haben. (Die gestohlenen 
Objekte sind bekannt: Er hat Kisten mit Früchtegelee für seinen persön- 
lichen Gebrauch zurückbehalten, Gemälde, Jagdpatronen, Karabiner, Brow- 
nings, kostbare Stoffe usw. Es scheint, daß man sich dort leicht bereichert.) 
Der Berichterstatter fügte bei: 
„Ich klage den Offizier und Verwalter des Magazins von Quesso an, im 
Februar 1915 ein Verbrechen begangen zu haben, um das Geständnis eines 
Diebstahls von 500 Franken zu erpressen. Er beschuldigte seinen Burschen, 
diese Summe entwendet zu haben. Um zu wissen, wo das Geld versteckt war, 
läßt er ihn entkleiden, seine Hoden auf einen Tisch legen, und zermalmt 
ihm mit einem Hammer einen der Hoden. Der Schütze verlor das Bewußt- 
sein. Man ließ ihn wieder zu sich kommen und bedrohte ihn, ihm auch die 
zweite Hode zu zermalmen, wenn er nicht gestände, wo sich das Geld be- 
finde.“ 
„Ich klage den Chefadjutanten des Postens von Bania an, daß er sich 
einen Häuptling des Stammes Gana vorführen ließ, der sich weigerte, anzu- 
geben, wo sich die Mausergewehre befanden, die durch seine Leute den deut- 
schen Deserteuren abgenommen wurden, Und ich klage diesen Adjutanten 
an, eine Hand des Häuptlings Gan zwischen zwei Platten einer Kopierpresse 
zermalmt zu haben, ihn „schikaniert“ zu haben (mit Messerklingen ge- 
peitscht).. Er ließ die. Wunden mit Honig füllen und setzte ihn der Sonne 
und den Stichen der Bienen aus.“ 
Wer zittert nicht bei dem Gedanken, daß Franzosen des 20. Jahrhunderts 
noch solche. Schreckenstaten begehen, die des dunkelsten Mittelalters würdig 
wären. 
Zwangsarbeit. Ein kürzliches Dekret des Generalgouvernements von 
Französisch-Ostafrika stellte der Regierung für Arbeiten von sogenanntem
	        
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