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produzenten als Ziel aufgestellt, wobei man allerdings auch stark auf
staatliche Eingriffe rechnet?).
Ähnlich liegt die Sache bezüglich der Produkte der tro-
pischen Landwirtschaft, soweit ihre Gewinnung nicht auf ganz be-
stimmte enge Gebiete beschränkt ist. Auch hier hat man wegen
der Schwierigkeiten einer Kartellbildung vielfach nach staatlichen
(„Valorisations“-) Maßnahmen gerufen. Daneben gewinnt aber auch der
Kartellgedanke an Boden 3).
Auch in der Forstwirtschaft fehlt es, das sei zum Schlusse
noch erwähnt, nicht an Kartellierungsbestrebungen, denen bisher ein
rechter Erfolg allerdings versagt geblieben ist. Ludwig‘) sagt darüber:
„Die Entwicklung hat schon bedeutende Fortschritte in dieser Richtung
gemacht, sie ist heute jedoch noch nicht soweit gediehen, daß man
von einem Kartell sprechen könnte, vielmehr befinden sich die Organi-
sationen der Waldbesitzer noch in einem Übergangsstadium insofern,
als die Trennung von Berufsvereinen und Kartell noch nicht voll-
zogen ist. Die Mitglieder der Waldbesitzervereine konnten sich bis-
her zum größten Teil nicht entschließen, hinsichtlich des Verkaufs
ihrer Produkte feste Bedingungen einzugehen.“ Weiterhin S. 147
wird noch gesagt: „Für die Aufrechterhaltung eines Verkaufskartells
tritt ein besonders erschwerender Umstand dadurch auf, daß der
Staat als mächtiger Außenseiter die Kartellpolitik immer durchkreuzen
kann. Daß sich die Staatsforsten, wie z. B. die Staatsbergwerke,
bereiterklären würden, einem derartigen Kartell beizutreten, ist an-
gesichts der Schwierigkeiten, die einer Einigung zwischen Privatwald-
besitzern und Staatsforstverwaltungen schon bei der Holzsortierung,
der Preisberichterstattung und einheitlicher Preisfestsetzung entgegen-
standen %, kaum zu erwarten. Hinzu kommt noch, daß bisher das
1) Vgl. Laur, Die Verbesserung der Lage der Landwirtschaft durch die Lö-
sung des Getreideproblems. (Deutsche Landwirtschaftliche Presse 1930. S. 111 f., 125 f.)
2) Vgl. z. B. Mautner, Ein britischer Plan zur Kartellierung der Kautschuk-
erzeugung. Wirtschaftsdienst 1929. S. 2083 ff.
3) Die Organisation des Absatzes in der Forstwirtschaft. Jena 1927. S. I11.
4) S. ır4f. wird auf die Bedeutung hingewiesen, die die verschiedene Be-
messung des Zahlungszieles für die Konkurrenz unter den Verkäufern hat. ‚Die Käufer
des Holzes können erst Monate nach Beschaffung des Rohstoffes Einnahmen aus dem
Fertigprodukt erzielen und sind daher bestrebt, bis zu diesem Zeitpunkt eine Stundung
der Holzkaufgelder durchzusetzen. Die Frage, ob Barzahlung oder Stundung, spielt
auch für den Verkäufer insofern eine bedeutende Rolle, als der Käufer bereit sein wird,
demjenigen den höchsten Preis zu zahlen, der ihm die längste Stundungsfrist gewährt.
Die Staatsforstverwaltungen waren von jeher bestrebt, sich diesen Preisvorteil zu
sichern zum Nachteil der Privatwaldbesitzer. Denn diesem ist es nicht möglich, eine
Stundungsfrist zu gewähren, ähnlich der in den Staatsforsten üblichen. Die Bemü-