Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

173

Raddruck.  Berdampfungsfähigkeit  des  Kessels.
Aus  1)  bestimmt  sich,  wie  wir  sahen,  die  größte  Zugkraft  beim  Aufahren,  aus  2)  diejenige
Zugkraft,  die  bei  andauernder  Beanspruchung  der  Lokomotive,  das  ist  beim  Durchfahren
längerer  Strecken,  vorhanden  sein  soll,  während  der  aus  3)  sich  ergebende  Wert  den  beiden
vorgenannten  entsprechen  muß.
Von  besonderer  Wichtigkeit  ist  die  Verdampfungsfähigkeit  des  Kessels.  Die  Dampfentwickelung ­
  wechselt  mit  der  Fahrgeschwindigkeit.  Je  schneller  gefahren  wird,  desto  lebhafter ­
  brennt  das  Feuer,  und  desto  kräftiger  geht  die  Dampfbildung  vor  sich,  allerdings  nur
bis  zu  einer  gewissen  Grenze.  Je  schneller  aber  ein  Zug  von  gegebenem  Gewichte  befördert
wird,  desto  stärkerhat  dieLokomotive  zu  arbeiten,  desto  mehrDampf  wird  also  andererseits  auch
verbraucht.  Während  der  Fahrt  sollen  Dampferzeugung  und  Dampfverbrauch  sich  das  Gleichgewicht ­
  halten,  der  Wasserstand  und  Dampfdruck  des  Kessels  auf  normaler  Höhe  verbleiben.
Ist  ersteres  nicht  der  Fall,  so  sinken  die  beiden  letzteren  unter  das  zulässige  Maß  und
die  Lokomotive  ist  erschöpft  und  nicht  mehr  im  stände,  den  Zug  mit  der  betreffenden  Geschwindigkeit ­
  zu  fahren.  Die  Leistung  des  Kessels  und  damit  die  der  Lokomotive  kann

170.  Fünfachstge  viergekuppelte  Eüterzuglokoniotivc  der  prriis;.  Ktaatsbatzucn.
(Hannoversche  Maschinenbau-A.-G.  vorm.  Georg  Egestorfs.)

sonach  einen  bestimmten  Wert  nicht  überschreiten.  Drückt  man  die  Zugkraft  Z,  wie  üblich,
in  kg,  die  Geschwindigkeit  v  in  Metern  bezogen  auf  die  Sekunde  aus  und  teilt  das  Produkt ­
  durch  75,  so  erhält  man  die  Zahl  (N)  der  Pferdestärken,  welche  die  Lokomotive  leisten
kann.  Es  ist  N  =  .  Hieraus  folgt  nun  ohne  weiteres,  daß  dasselbe  N  geleistet
werden  kann:  1)  mit  einem  kleinen  Werte  von  Z  und  einem  großen  von  v  oder  auch
2)  mit  einem  großen  Werte  von  Z  und  einem  kleinen  von  v.  Das  Produkt  Z  mal  v
muß  eben  gleich  bleiben  (—75  mal  N).
Fall  1  trifft  für  Schnellzuglokomotiven,  Fall  2  für  Güterzuglokomotiven  zu.  Schnellzüge ­
  haben  im  allgemeinen  ein  wesentlich  geringeres  Gewicht  als  Güterzüge,  müssen  aber
weit  rascher  gefahren  werden  als  letztere.  Bei  ihnen  ist  also  die  kleine  Zugkraft  mit
großer  Geschwindigkeit  gepaart,  bei  den  Güterzügen  ist  es  umgekehrt.  Großes  v  bedingt
aber  große  Treibräder,  während  bei  mäßiger  Geschwindigkeit  kleine  genügen;  denn
während  der  Fahrt  legt  die  Lokomotive  bezw.  der  Zug  bei  jeder  Treibradnmdrehung
eine  Wegstrecke  gleich  dem  Radumfange  zurück,  also  ---  -y-X  D,  wenn  D  den  Durchmesser
des  Treibrades  bezeichnet.  Mit  größerem  D  nimmt  folglich  bei  gleicher  Fahrgeschwindststeit
die  Zahl  der  in  derselben  Zeit  erforderlichen  Radumdrehungen  ab  und  damit  auch  im
allgemeinen  die  Unruhe  des  Ganges  der  Lokomotive  und  ferner  die  Abnutzung  ihrer  eweglichen
  Teile,  sowie  diejenige  des  Oberbaues.  Deshalb  weisen  die  Schnellzuglokomo  iven
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.