Object: Geburtenrückgang u. Sozialreform

174 GHite, Gebhurtenrüdgang und Sozialreforn 
jthtgeftellt. ES waren große Gefichtspunkte, unter denen er die Frage 
mürbdigte. Er {tellte umfajfende Mittel von Staat und Provinzen in Ausficht.. 
550 000 Geftar Niederungsmoore, „die fich im wejentlidhen auf alle Brovinzen 
verteilen und fich vielfach in bäuerliHem Beliß befinden“, feien bereits 
meijten3 genoffen{Haftlidh entwäffert, für weitere 300 000 feien die Bros 
jefte fertig. Er verlangt etwa 12 Millionen Mark, um die ftaatlichen Hoch» 
moore in Oftfriesland (etwa 16 000 Hektar) urbar zu machen. Außerdem 
jollten geeignete Domänen reichlidher al8 früher den Siedlungsgefellihaften 
jür die innere Kolonifation zur Verfügung geftellt werden. Die beftehenden 
Siedlungsgefelljchaften follten auch durch {tärfere Beteiligung des Staates 
mit Stammanteilen unterftüßt, die Fonds für Zwijdhenkredit verjtärkt 
werden. Die Beleihungzarenze follte erhöht und die Ausfcheidung von 
Sutsanteilen auz der Hypothekenbelaftung erleichtert werden. In allen 
diefen Kihtungen wurden gefegliHe Vorlagen in Ausficht geftellt. „Wir 
jtehen vor einer Aufgabe,“ fo fAhließt er feine Ausführungen, „an der der 
Staat mit allen jeinen Beamten und an der alle Parteien freudig und 
tatfräftig mitarbeiten follen ... Sorgen wir dafür, daß immer zahlreichere 
Erijtenzen in diefem Stante (Friedrichs des Grofen) mit dem Heimifchen 
Boden verankert werben! Damit werden wir unjern Staat gefund und 
jtar£ erhalten.“ Alle dieje Ausführungen gewinnen Heute doppelte und 
dreifache Bedeutung. Die lebhafte Bewegung zuguniten der Krie g 3 
invaliden Hat vor allem den Gedanken der Anfiedlung wieder itärfer 
in Fluß gebracht. Die bedeutfamfte Frucht ft neben dem Kapitalabfindungs- 
gefeß im Neidhe das preußijde „GSefegß zur Förderung der An- 
jiedlung‘ von 1916, in dem einhundert Millionen 
Mark zur Verfügung geftellt werden. Diefe follen nicht bloß den großen 
Siedlungsgejelljhaften, fondern au den Heinern örtlichen Senoifen- 
Jchaften und Vereinen für Arbeiteranfiedlung als Zwijhenkredit zugute 
Zommen. Unter Umftänden kann die Eintragung der Rente an die zweite 
Stelle rüden und kann bis zu neun Zehntel des Taxwertes gegangen 
merden. Den Rentengutsnehmern Können bi3 zu drei Freijahren gewährt 
werden. Auch find „UnfHädlihkeitsattejte“ für größere Trennitüde von 
Srundftüden (SGefeß vom 3. März 1850) erleichtert. 
Hür fajt alle Provinzen find jest Siedlungsgefellfhaften 
unter finanzieller Beteiligung von Staat und Provinz gegründet, fo auch 
neueften? in Weftfalen und Rheinland. Die Hauptjache i{t die Gewinnung 
von Land. Mit Öd- und Moorboden ift nur Srtlid begrenzten Gebieten 
und auch da nur bedingt zu Helfen. Schnellern Erfolg bietet die Rar- 
zellierung der fiskalijcdhen Domänen. Hier bedarf e8 auch feiner Kapital 
aufbringung. Sie umfaffen 436 000 Hektar und liegen zu drei Viertel 
im Often, wo die Meinfiedlung am dringendften it. Sie werfen zudem 
nur geringe Mente ab. Auch die ftaatlihen und aemeindliden Koriten
	        
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