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Diamalt

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Diamant

Diamalt,  eine  zur  Beschleunigung  des  Backprozesses ­
  angepriesene  Zubereitung  österreichischen ­
  Ursprungs,  besteht  aus  dem  eingedickten
■Extrakt  von  Grünmalz  und  wirkt  durch  seinen
Gehalt  an  Diastase.
Diamant  (Demant,  lat.  Adamas,  frz.  Diamant,
engl.  Diamond),  der  wertvollste  all§r  Edelsteine,
besteht  in  chemischer  Hinsicht  aus  reinem  Kohlenstoff, ­
  welcher  durch  besondere,  nicht  näher  bekannte ­
  Einflüsse  in  Kristallform  übergeführt  worden ­
  ist.  Er  kristallisiert  im  regulären  System,
und  zwar  meist  in  Form  von  Oktaedern,  Würfeln, ­
  Rhombendodekaedern  und  48-Flächnern,
Von  denen  die  letzteren  infolge  ihrer  gekrümmten ­
  Flächen  und  Kanten  meist  Kugelform  zeigen.
Die  meisten  rohen  D.  sind  äußerlich  mit  einer
rauhen  trüben  Rinde  umkleidet  und  verraten
nichts  von  ihrer  Schönheit,  die  erst  durch  das
Schleifen  offenbart  wird.  Die  Härte  übertrifft
diejenige  aller  anderen  Körper  (Härtegrad  10),
so  daß  er  nur  in  seinem  eigenen  Pulver  geschliffen ­
  werden  kann,  doch  ermöglicht  die
leichte  Spaltbarkeit  nach  den  Oktaederflächen
seine  Bearbeitung,  und  seine  Sprödigkeit  die
Herstellung  eines  feinen  Pulvers.  Der  D.  tritt
farblos  oder  in  verschiedenen  Farben  auf,  ist
stark  lichtbrechend  und  glänzend  (Diamantglanz). ­
  Als  reiner  Kohlenstoff  verbrennt  er  im
Sauerstoff  bei  700—800°  unter  Hinterlassung
einer  Spur  Asche.  Hingegen  kann  er  unter
einer  Decke  von  Borsäure  oder  Borax  mit  der
Gasflamme  geglüht  werden,  ohne  Schaden  zu
leiden.  Nachdem  die  am  längsten  bekannten
Fundorte  in  Ostindien  in  Golkonda  und  auf
Borneo  ziemlich  erschöpft  sind,  kommen  für
die  Lieferung  der  Diamanten  fast  nur  noch  Brasilien, ­
  Südafrika  und  Westaustralien  in  Frage.
In  Brasilien,  wo  die  D.  1725  entdeckt  wurden,
finden  sie  sich  bei  Diamantina  in  der  Provinz
Matto  grosso,  in  den  Flußbetten  des  Rio  Diamantino,
  Rio  Ouro,  Rio  Paraguay  sowie  in  den
Provinzen  Minas-Geraes,  Bahia,  Goyaz  und  Cuyaba
  in  Schwemmland,  Sand  und  Gerolle,  ferner
an  sekundärer  Lagerstätte  in  einer  durch  Brauneisen ­
  verkitteten  Quarzbreceie  (Cascalho)  und
eingesprengt  in  dem  eigentümlichen  biegsamen
Sandstein,  dem  Itakolumit,  der  zur  huronischen
Schieferformation  gehört  und  daher  als  das  Muttergestein ­
  des  D.  angesehen  wird,  fn  Südafrika
finden  sich  die  D.  teils  im  Alluvium  der  Talsohlen, ­
  teils  in  einem  durch  Eisenerze  verkittelen
  Kieselkonglomerat,  dem  sog.  Blue  ground,
Welcher  trichterförmige  Einsenkungen  ausfüllt.
Hie  hauptsächlich  in  Transvaal  gefundenen  Kapdiamanten
  sind  in  der  Regel  farblos  und
durchsichtig,  seltener  gefärbt.  Ihnen  ähnlich  sind
die  in  Deutsch-Südwest  gefundenen  D.,  auf
die  unser  Kolonialamt  so  stolz  war.  Gelblich
schimmernde  Stücke  werden  weniger  geschätzt
als  völlig  farblose,  hingegen  stehen  die  sehr  seltnen ­
  blauen  und  grünen  hoch  im  Preise.  D.
Jhit  ungleichmäßiger  Färbung  und  Durchsichtigkeit, ­
  mit  trüben  oder  rostfarbenen  Stellen,  Flelc-"
 e n,  Punkten,  Adern  und  Wolken  sind  zu
Schmucksachen  untauglich  und  bilden  nebst  den
^  kleinen  Stücken  den  Ausschuß,  der  zu
Glaserdiamanten,  Zapfenlagern  für  Uhren  und
■Kompasse  sowie  gepulvert  als  Schleifmittel  verwandt ­
  wird.  Die  Glaserdiamanten  werden
zw eckmäßig  aus  kleinen  Steinen  (Kugelport)

mit  natürlichen  Kanten  hergestellt,  weil  diese
besser  schneiden  als  D.-Splitter.  Hingegen  verwendet ­
  man  zum  Gravieren  auf  Glas,  Metalle
oder  lithographischem  Stein  dreiflächig  zugespitzte
Splitter,  die  in  Griffel  gefaßt  werden.  Für  alle
diese  technischen  Verwendungen,  insbesondere
auch  zur  Herstellung  von  Drehstählen  für  Granit, ­
  Porphyr,  Glas,  Stahl  und  Gußei.en  sowie
von  Kränzen  an  Bohrmaschinen  findet  hauptsächlich ­
  der  durch  amorphen  Kohlenstoff  gefärbte
Schwarze  Diamant  der  Provinz  Bahia  (Carbonates)
  Anwendung.  —  Die  rohen  Diamanten
haben  meist  eine  rauhe,  wenig  durchsichtige
Rinde  von  bleigrauer  oder  grünlicher  Farbe.
Die  letztere  wird  lieber  gesehen,  weil  sie  in  der
Regel  die  reinste  Masse  umschließt.  ^  Die  Beurteilung ­
  roher  Steine  erfordert  große  Erfahrung,
da  neben  der  Reinheit  auch  die  Form,  von  der
die  Größe  des  Abfalls  abhängt,  in  Frage  kommt.
Die  meisten  Steine  verlieren  durch  die  Bearbeitung ­
  Vs—1/2  ihrer  Masse.  Die  durch  Unreinheiten
bewirkten  Fehler  bezeichnen  die  Juweliere  entweder ­
  als  Federn,  Sprisselchen,  schwarze  und
braune  Flecke,  matte  weiße  Tupfen  und  regenartige ­
  Streifen,  Nach  der  Reinheit  unterscheidet
man  drei  Klassen:  D.  vom  reinsten  Wasser,
vollkommen  klare,  färb-  und  fehlerlose,  aber
meist  kleine  Steine,  D.  vom  zweiten  Wasser,
klar,  aber  mit  kleinen  Fehlern,  und  D.  vom  dritten ­
  Wasser.  Steine  von  ungewöhnlicher  Schönheit ­
  heißen  Solitairs,  Paragons  oder  Notipareils.
  —  Die  Preise  richten  sich  nach  der
Größe,  Form  und  Reinheit.  Ein  schön  geschliffener ­
  Brillant  von  I  Karat  hat  einen  Wert  von  etwa
300  M.,  der  bis  zu  >5  Karat  ungefähr  dem  Gewichte ­
  entsprechend,  darüber  hinaus  aber  sprunghaft ­
  ins  Ungemessene  ansteigt.  —  Die  Diamantschleiferei, ­
  durch  welche  erst  die  wertvollen
Eigenschaften  des  D.,  Klarheit,  Glanz  und  Farbenspiel ­
  hervorgebracht  werden,  hatte  früher
ihren  Sitz  ausschließlich  in  Amsterdam  und  Antwerpen, ­
  wird  jetzt  aber  auch  in  Hanau  und
Hamburg  betrieben.  Dem  eigentlichen  Schleifen
geht  das  sog.  Klieven,  d.  h.  ein  Abspalten  größerer ­
  Stücke  mit  Hammer  und  Meißel  nach
Zeichnung  voraus.  Darauf  folgt  das  Beschneiden. ­
  ein  Abreiben  zweier  in  den  Kittstock  eingesetzter ­
  Teile  aus  freier  Hand  und  schließlich
das  eigentliche  .Schleifen,  Hierzu  werden  die
Steine  ebenfalls  in  einen  Halter  eingekittet  und
so  gegen  eine,  rotierende,  mit  Öl  und  Diamantstaub ­
  bestrichene  Fläche  gedrückt.  Die  gangbarsten ­
  Formen  des  Schliffes  sind  die  B  rill  an  tund
  Rosettenform.  Die  erstere,  die  das  Lichtund
  Farbenspiel  des  D.  am  schönsten  entwickelt,
ist  eine  niedere,  beiderseits  abgestumpfte  Doppelpyramide ­
  mit  2  oder  3  Reihen  3-,  4-  oder  5  eckiger
Facetten.  Die  Rosette  besteht  aus  einer  einfachen ­
  Pyramide  mit  runder  oder  ovaler  flacher
Basis.  Nachahmungen  von  D.  wurden  früher
aus  Bergkristall,  in  letzter  Zeit  schöner  aus  stark
lichtbrechendem  Bleiglas  hergestellt,  sind  aber
an  ihrer  geringeren  Härte  leicht  zu  erkennen.
Weitereunterscheidungsmerkmale  bestehen  darin,
daß  ein  auf  den  Diamanten  gebrachter  kleiner
Wassertropfen  seine  Kugelform  behält,  auf  Imitationen ­
  aber  zerläuft,  und  daß  die  Flächen  des
echten  Steins  niemals  so  regelmäßig  geformt
sind,  als  die  Nachahmungen.
            
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